Nerven und Atmung

Der Quendel verbindet beides

Vieles ist anscheinend so selbstverständlich. Wir stehen am Morgen auf und nehmen unser Frühstück zu uns, wir gehen in die Arbeit und kommen danach wieder heim. Alles läuft wie geschmiert. Und ebenso funktioniert unser Körper, ohne dass wir viel darüber nachdenken müssen. Das Herz und die Lunge sorgen für Durchblutung und Sauerstoffzufuhr. Und dennoch bleibt die Frage, warum das alles so gut abläuft. Im Feldthymian (Thymus serpyllum), der zumeist als Quendel bezeichnet wird, finden wir ein Heilkraut vor, das an geeigneten Standorten ebenfalls wie selbstverständlich wächst. Wir müssen nichts tun dafür und dennoch ist er da. Die Natur fügt es einfach, dass er sehr trockene Standorte besiedelt, wo andere nicht so gerne ihr Wurzeln in den Erdboden treiben würden. Da wir es hier mit einem Lippenblütler aus der Gattung der Thymiane zu tun haben, liegt es nahe, seine Wirkkräfte für die Atemwege bei deren Beeinträchtigung nutzen zu wollen. Das hat durchaus seine Berechtigung. Aber es wäre schade, bei der Begleitung von jeder Art von Krankheit bloß die Symptome unter die Lupe zu nehmen. Es wird der Verfasstheit unserer Physis schon mehr gerecht, immer verschiedene Bereiche und Zusammenhänge in den Blick zu nehmen, wenn es darum geht, etwas auszukurieren, und sei es eben „nur“ eine Erkältung. Um solchen Leiden überhaupt gleich vorzubeugen, was allemal der bessere Weg ist, kann man den Quendel heranziehen, damit einerseits die Atemwege gestärkt und gleichzeitig die Nervenbahnen jedweder Art unterstützt werden. Das ist gerade auch am Beginn eines Arbeitsjahres, wie man die Wochen im September und Oktober durchaus bezeichnen kann, sehr sinnvoll.

Tee mit Honig und Zitronensaft

Um den Tag mit einer vorbeugenden und stärkenden Maßnahme quasi einzurahmen, gießt man sich sowohl am Morgen als auch am frühen Abend je 1 Schale Tee auf. Dazu nimmt man 2 Teelöffel voll getrocknetes und zerkleinertes blühendes Quendelkraut und überbrüht es mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, hernach abseihen. Mit ein wenig Honig und Zitronensaft ergänzen, so dass es gut schmeckt und dann schluckweise trinken. Tut den Nerven und der Lunge gleichermaßen gut.

Quendel oder Wilder Thymian (Thymus serpyllum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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