Pflegemittel aus Blättern

Von der Wegwarte auspressen

Eine Heilpflanze besticht nicht nur durch ihre Schönheit, die sich z. B. in ihrer Blüte zeigt, sondern sie steckt auch voller Geheimnisse. Es braucht schon einiges an Zeit, die es wert ist, um die gesamte Verfasstheit eines wurzeltragenden Wesens zu erkunden. Manche suchen sich einen eher unwirtlichen Standort aus und sind gleichzeitig sehr heilsam für viele Zonen unseres Körpers. Ein gutes Exempel dafür liefert uns die Wegwarte (Cichorium intybus). Sie steht nun in voller Größe an den Straßenrändern und grüßt gleichsam die Vorbeifahrenden mit ihren blauen Blüten, die sie der prallen Sonne entgegenstreckt. Wir Menschen, deren Haut äußerst wertvoll ist und die wir mehr oder weniger gerne pflegen, müssen uns trotz vorhandener Schutzschicht unter einem Dach und innerhalb der eigenen vier Wände bergen, um dem wie auch immer gearteten Klima standhalten zu können. Das muss eine wildwachsende Pflanze nicht tun. Sie erneuert sich im Gegensatz zu uns Jahr für Jahr, wie eben im Falle der Wegwarte, und schöpft vor allem aus der im Erdboden verbliebenen Wurzel ihre Kraft. Unsere Hautzellen müssen sich auch gerade im Sommer immer wieder erneuern, um ihre abgrenzende und schützende Funktion gut durchführen zu können. Die Wegwarte enthält durch ihr Heranwachsen momentan viel Flüssigkeit in ihren Blättern, die ganz gut für eine Reinigung und Stabilisierung der Haut dienen kann. Dieser Pflanzensaft lässt sich durchaus frisch gebrauchen und zur Anwendung bringen.

Die Haut unterstützen

Bei Irritationen oder Unreinheiten der Haut nimmt man frische Blätter der Wegwarte, reinigt diese und faschiert sie im Anschluss, um sie besser auspressen zu können. Mit dem gewonnenen Saft betupft man unreine Stellen der Haut. Danach lässt man den Saft in die Haut einziehen, ohne die feuchten Stellen abzutrocknen. Mit ein wenig Geschick kann man auch darangehen, mithilfe des Zusatzes von Alkohol den Wegwartesaft haltbar zu machen. So kann man ihn das ganze Jahr über verwenden.

Wegwarte mit Wurzel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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