Blätterkraft im Winter

Das Erdbeerengrün nutzen

Manchmal darf man sich ruhig fragen, unter welchen Umständen ein frisch kredenztes Obst in der Winterszeit auf den Tisch gelangt ist. Dabei geht es nicht nur um den Transport, sondern vor allem, wie das Fruchten und Reifen desselben herbeigeführt wird, sodass die niedrigen Außentemperaturen scheinbar keine Rolle spielen. Erdbeeren z. B. wird man nun wohl kaum vom eigenen Gartenbeet pflücken können. Aber gehen wir doch einmal zur Ursprungsform der roten Genussbringer zurück. Damit meine ich konkret die Walderdbeeren (Fragaria vesca). So sehr deren Früchte auch in gutem Ruf stehen mögen, so wenig Beachtung finden die grünen Pflanzenteile des zur großen Familie der Rosengewächse (Rosaceae) zählenden Gewächses. Gewiss schlummern diese momentan in der Verborgenheit der Rhizome und Wurzeln unter dem alten Laub und dem Erdreich, um nach Schnee und Frost wieder ab dem Frühjahr ihre Anwesenheit durch erneutes Sprießen vorzuweisen. Dennoch können wir gegenwärtig das Wissen um die heilsamen Wirkungen der Erdbeerblätter aus dem Erfahrungsschatz der Naturheilkunde hervorkramen. Schon Paracelsus war es, der ihnen aufgrund ihrer lappigen Form einen positiven Einfluss auf die menschliche Leber zuschrieb. Tatsächlich beinhalten die unmittelbaren Nachbarn der roten Feinkost Gerbstoff, Flavone und sogar in geringen Mengen ätherisches Öl, die unser Organismus speziell im Magen- und Darmbereich gut gebrauchen kann. So gesehen sollte man ruhig auch auf die getrocknete Heildroge der Erdbeerblätter zurückgreifen. Auf wirklich frische Erdbeeren darf man gelassen bis zum nächsten Sommer warten.

Wohltat auf der Haut

Um ein Kräuterbad zu nehmen, greift man in diesem Fall auf 150 g getrocknete und zerkleinerte Blätter der Walderdbeeren zurück. Mit 2 Liter kochendem Wasser übergießen und ca. 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Danach abseihen und dem Badewasser in der Wanne beigeben. Die Anwendung bewährt sich auf mehrfache Weise. Selbst die Darmfunktion profitiert davon. Auf den Rest des Körpers wirkt dieses Bad erfrischend und reinigend. Das ist gerade im Winter von Vorteil.

Walderdbeere ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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