Der Wettlauf beginnt

Die Weidenkätzchen hab ich schon entdeckt

Medial wird je neu sehr breit darüber berichtet, wenn sich ein Staat als Austragungsort einer sportlichen Olympiade bewirbt. Über Jahre hinaus wird bereits festgelegt, welch ein Land dann an der Reihe ist. In der Natur gibt es ein derartiges Ranking nicht. Denn wenn in den klimatisch gemäßigten Breiten der Winter vorbei ist, dann geht ein Gewächs nach dem anderen an den Start, ohne lang zu fragen. So überrascht es vielleicht, dass sich in geschützten Winkeln bereits an den Weiden (Salix) ihre männlichen Blüten in Position bringen. Die zwischendurch milden Temperaturen kurbeln deren Wachstum auf den Frühjahrskündern wie Haselnuss oder Weide an. Kaum jemand ahnt jedoch, dass diese auf den Zweigen sitzenden Plüschgebilde für die Naturheilkunde genützt werden können. Denn die Kätzchen der verschiedenen Weidenarten sind nicht lediglich Zierde. Sie bergen in sich auch einen gesundheitsfördernden Wert. Von den Weidenästen wird vorzüglich die Rinde geerntet und als Tee angesetzt bzw. aufgegossen. In den einzelnen Wuchsteilen der Weide wird nämlich der Wirkstoff Salicin gespeichert, der vom menschlichen Organismus in die entzündungsmindernde Salicylsäure umgewandelt wird. Aus diesem Grund kann man ebenfalls darangehen, einige Weidenkätzchen aus dem eigenen Garten in aufgebrochenem, aber noch nicht aufgeblühtem Stadium abzuernten und entweder frisch oder getrocknet zu verwenden. Im Hinblick auf eine Festigung der Nerven sowie die Unterstützung einer erholsamen Nachtruhe könnte dies durchaus förderlich sein.

Unterstützung der Nerven

Brechen die Kätzchen auf den Zweigen der Salweide oder anderer verwandter Arten aus ihren braunen Knospenschalen hervor, so ist es die rechte Zeit, um sie zu pflücken. Aber bitte beachten: Weidenkätzchen stellen die erste Nahrungsquelle für die Bienen dar und stehen wildwachsend unter Naturschutz! Man pflücke daher das für seine Gesundheit benötigte Sammelgut nur aus dem eigenen Garten. Für gewöhnlich trocknet man die Kätzchen dann in der Nähe eines Heizkörpers, um sie auch für später zur Verfügung zu haben. Um einen Tee daraus zu bereiten, nimmt man 1 Esslöffel voll und übergießt dies mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Vor dem Schlafengehen den Tee mit Honig gesüßt trinken. Das unterstützt das Nervenkorsett und fördert einen wohltuenden Schlaf.


Weide ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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