Seltene und heilsame Schönheit

Den Diptam aus dem Garten nutzen

Angesichts der Tatsache, dass wir rund um das Ende der Amtszeit unseres verehrten Herrn Bundespräsidenten Fischer in der vergangenen Woche – dem ich an dieser Stelle einen herzlichen Dank für seine souveräne Amtsführung aussprechen möchte – und im Hinblick auf die Wahl eines neuen Staatsoberhauptes unser schönes Österreich besonders in den Fokus nehmen, soll hier einmal mehr auf die floralen Schätze unserer Heimat verwiesen werden. Zu den seltenen und geschützten Pflanzen zählt ganz gewiss der Weiße Diptam (Dictamnus albus). Wie so viele andere Kräuter besitzt auch der Diptam seine ursprüngliche Wuchsheimat rund um das Mittelmeer und breitete sich im Laufe der Zeit zusätzlich in klimatisch milden Gegenden nördlich der Alpen aus. Wieweit dabei die Hand des Menschen im Spiel war, bleibt dahingestellt. Immerhin finden wir ihn heute immer noch auf sonnigen und halbschattigen Standorten mit kalkhaltigem Boden. Er ist eine der wenigen Pflanzen, die aufgrund ihres hohen Gehaltes an ätherischen Ölen an heißen Tagen durch Selbstentflammung zu brennen beginnen kann, was wiederum zur Bezeichnung Brennender Busch geführt hat. In alten Aufzeichnungen wird die Heilwirkung der Diptamdroge als krampflösend, beruhigend, blähungswidrig und wassertreibend bezeichnet. Bei Befall von Würmern hat man ebenfalls zu diesem Kraut gegriffen wie auch bei Unterleibserkrankungen der Frauen. Auf eine innerliche Anwendung sollte man jedoch nach den Erkenntnissen der neueren Forschung verzichten. Noch einmal sei betont, dass der Diptam unter strengem Naturschutz steht. Hat der Diptam durch gezogene Ware vor der Haustür Fuß gefasst, dann ist er mit seinen ästhetisch geformten Blüten eine wahre Augenweide. Die Gartenform lässt sich durchaus aufbereiten. Bei Rheuma-, Glieder- und Gelenksschmerzen kann man z. B. von einer Tinktur profitieren, die rein äußerlich zum Einsatz kommt.

Einreibung mit Diptamtinktur

Zur privaten Herstellung einer Tinktur aus Diptamkraut für den Hausgebrauch nimmt man eine Mischung aus frischen Blättern und Blüten der Pflanze, wobei auch ältere Blätter sowie Stängelteile mit verwendet werden können. 150 g davon werden zerkleinert und mit 1 Liter 75%igem Obstbrand angesetzt. In einem verschlossenen Glasgefäß 14 Tage lang ans Fenster stellen und täglich einmal durchschütteln. Danach abseihen und den Rückstand mit 1/2 l abgekochtem und ausgekühlten Wasser übergießen, 3 Stunden stehen lassen und dann abseihen. Den Rückstand auspressen, zur ersten Flüssigkeit geben und in Flaschen füllen. Noch 1 Monat stehen lassen. Zum Einreiben verwenden.


Diptam ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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