Obst gut einlagern

Das Farnkraut erweist sich als nützlich

Geht die Zeit auf Allerheiligen zu, so möchte man auf dem Feld und im Garten die meiste Arbeit bereits erledigt haben. Wenn uns auch womöglich ein paar wärmere Tage gegönnt sein mögen, so kann die Witterung sehr schnell umschlagen und dem Väterchen Frost Tür und Tor öffnen. Daher ist es nur recht und gut, die Vorratskammern für den Winter bereits gefüllt zu haben. Im Wald scheinen sich die Farne anscheinend kaum Gedanken zu machen, wie sie die kalte Jahreszeit gut überstehen werden. Fast bin ich versucht, eine gewisse Gelassenheit mit einem biblischen Vergleich auf die grünen Schattengewächse umzumünzen: Seht euch die Farne an! Sie säen und ernten nicht, und dennoch sind sie im nächsten Jahr wiederum da, um in jugendlicher Frische die Waldwege zu säumen und den Boden unter den Nadelbäumen zu schmücken. Trotz dieser offensichtlichen Unbekümmertheit tragen sie dennoch etwas bei, um den Vorrauschauenden einen Beitrag zu liefern, der sich vor allem in den Stellagen der Obstkeller bezahlt macht. Wenn auch die verschiedenen Farne, von denen vor allem der Wurmfarn der populärste Vertreter ist, als giftig bekannt sind und daher nicht zu inneren Anwendungen verwendet werden dürfen, so können sie gerade deswegen eingesetzt werden, um für ihre Umgebung einen Schutzwall aufzubauen. Seit alters her durfte also auch das Farnkraut in so manche Lagerräume Einzug halten, wo es den Winter über nach frischem Obst duftet.

Getrocknete Farnblätter im Keller:

Jedes Jahr machen sich Gartenfreunde von neuem Gedanken, wie sie ihr frisch geerntetes Kernobst, bei dem Apfel und Birne an erster Stelle stehen, möglichst frisch und haltbar über den Winter bringen. Man kann zu diesem Behufe Farnblätter mit der grünen Seite nach oben in die Stellagen legen und das Obst darauf lagern. So bleibt es länger frisch und weist weniger Lagerungsschäden auf.


Farnkraut ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya



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