Im Steinreich zu Hause

Die Silberwurz liebt die Berge

Wenn das Vieh von den Almen zu Tal zieht, um den Winter in geschützten Ställen zu verbringen, wird es rund um die hochgelegenen Wiesen und Weiden still und ruhig. Dann tummeln sich dort höchstens noch die wildlebenden Tiere, die von Natur aus besser für ein Überleben in Schnee und Eis gerüstet sind. Die Pflanzen hingegen gehen unter den frostigen Massen gleichsam auf Tauchstation, um die Energie für die nächste Vegetationsphase zu tanken. Die Silberwurz (Dryas octopetala) ist eine der vielen Schönheiten, die in Gebirgsregionen zu finden ist. Sie zählt zu den Rosengewächsen und kommt gut mit äußerst steinigen Verhältnissen zurecht. Obwohl ihre Blüten und ihre Blätter durchaus von edler Gestalt sind, scheut sie sich dennoch nicht, mit ihren Wurzeln kräftig zuzupacken. Sie erledigt also in der Tat die Pionierarbeit auf Geröllhalden und trägt somit zur Festigung derselben bei. Wenn wir das von der Silberwurz ablesen können, dann ist es naheliegend, daraus auch Schlüsse auf die ihr innewohnenden Heilkräfte zu ziehen. Wann sind sozusagen die Zeiten, in denen der Mensch eine Befestigung benötigt? Ganz gewiss, wenn der Körper geschwächt ist oder es schwer hat, das tatsächliche oder das gesundheitliche Gleichgewicht zu halten. Wenn eingangs vom Almabtrieb die Rede war, so möchte ich an dieser Stelle wieder einmal darauf verweisen, dass es durchaus möglich ist, Pflanzen dieser Art im Fachhandel zu beziehen, um daheim den Steingarten zu bepflanzen. Von dort kann man dann auch die Pflanzenteile entnehmen und trocknen. Die natürlichen Bestände der Silberwurz sollten geschützt und unberührt bleiben.

Silberwurz – Tee als Herzstärkung:

Vom getrockneten und zerkleinerten Kraut der Silberwurz werden 4 Teelöffel mit 1/2 Liter kochendem Wasser überbrüht. 15 Minuten ziehen lassen und hernach abseihen. Tagsüber kann man 2-mal je eine Schale – und nicht mehr – schluckweise trinken. Diese begleitende Maßnahme hat sich auch schon innerhalb der Rekonvaleszenzphasen nach Schlaganfällen bewährt. Eine Rücksprache mit dem Arzt ist aber in diesem Fall unbedingt vonnöten.


Silberwurz ⓒ Grafik von Prof. Emil Jaksch, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya



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