Hat Futterneid auch gute Seiten?

Bei der Hirse auf jeden Fall

Kanarienvögel, Wellensittiche und Diamanttäubchen teilen sich die geräumige Voliere an der Hausmauer in meinem Karlsteiner Garten. Wenn’s momentan draußen auch schon kühler wird, haben die Piepmätze dennoch nichts zu befürchten, steht ihnen doch ebenso ein Schutzhaus samt integrierter Heizung zur Verfügung. Futter ist auch genug vorhanden. Dass sich darunter jede Menge an Hirsesorten befindet, dürfte wohl vielen von uns klar sein. Diese kleinkörnige Getreidesorte wurde in unseren Breiten lange Zeit in der Tat nur abschätzig als Vogelfutter betrachtet, ohne sich offenkundig des hohen gesundheitlichen Wertes dieses Korns bewusst zu sein. Was die Stubenvögel schon lange wissen, das darf – mit einem Schmunzeln auf den Lippen meinerseits festgestellt – ruhig bei uns flugunfähigen Zweibeinern einen gewissen „Futterneid“ erwecken, der jedoch positive Folgen zeitigt. Menschen, die unter Zöliakie leiden und somit durch das Verzehren von Speisen, die mit herkömmlichem Getreide zubereitet werden und Gluten enthalten, Probleme haben, sind mit dem alternativen Korn Hirse ohnehin mehr vertraut als jene, die Brot und Gebäck ohne Bedenken zu sich nehmen können. Wenn jetzt wiederum mehr Zeit bleibt, um im Hinblick auf den nahenden Advent mitsamt den Weihnachtsfeiertagen die Backöfen vermehrt in Betrieb zu nehmen, so sollte man auch zur Hirse als Zutat greifen. Für alle rentiert sich diese Verwendung, enthält Hirse ja viel an Vitaminen und vor allem eine Menge an Mineralstoffen, die u. a. für den Aufbau und die Festigung der Haut, der Haare und der Nägel vonnöten sind. Ja, man kann von den Mitgeschöpfen, den Vögeln, durchaus noch etwas lernen!

Mangelerscheinungen ausgleichen:

Die Weise, wie wir uns tagtäglich ernähren, kann durchaus zu einer Schieflage des Nachschubs an wichtigen Aufbausubstanzen und Nährstoffen führen. Gerichte aus Hirse helfen mit, dies wiederum ins rechte Lot zu bringen. Das kann z. B. schon durch eine leicht anzurichtende Hirse-Vollkornsuppe passieren. Durch den Genuss von Hirse wird zudem unser Immunsystem in seiner keim- und krankheitsabwehrenden Funktion sehr positiv unterstützt.


Hirse ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya


Wermut ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya



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