Seele und Verdauung

Die Kamille wirkt vom Magen aus

Österreich ist ein Land, das sich im Hinblick auf die Möglichkeiten und die Disziplin der Mülltrennung sehen lassen kann. Innerhalb der zurückliegenden Jahrzehnte ist hier sehr viel geschehen, nicht zuletzt zum Wohle unserer Umwelt. Das, was beim Entsorgen des Abfalls von Nutzen ist, kann sich aber im Hinblick auf unsere gesundheitliche Konstitution als nicht gerade förderlich herausstellen. Seele und Leib sollte man eigentlich nie auseinanderdividieren. Als Brücke zwischen diesen beiden Wesensmerkmalen unserer realen Existenz kann die Kamille (Matricaria chamomilla) fungieren. Dieses von manchen als „Allerweltskraut“ bezeichnete Gewächs leistet schon seit urdenklichen Zeiten Beachtliches für das menschliche Wohlbefinden. Wie gesagt, wir neigen in der Regel dazu, uns selbst immer wieder wahrmachen zu wollen, dass wir eine Fülle an geistigen Herausforderungen quasi wie am Laufband hintereinander abhaken können, ohne jedoch unsere begrenzte Physis miteinzuberechnen. Der daraus resultierende so genannte Stress wird dann zu einer Geisel, die über kurz oder lang auch in unserem Körper ihre Spuren hinterlässt. Meist ist es die Verdauung, die als erster Indikator dieses Missverhältnisses Irregularitäten aufweist. Auch andere seelische Veränderungen wie Enttäuschungen, Geringschätzung seitens anderer oder immer häufiger vollzogenes Mobbing in Arbeit und Schule können dazu führen. Es nimmt also nicht Wunder, wenn dann z. B. Verstopfung und Durchfall einander in direkter Folge abwechseln. Um sich in einer derart beschriebenen Lage wiederum austarieren und einpendeln zu können, ist es meist sinnvoll, auf Hilfe von außen zu setzen. Die Kamille kann durchaus ein unterstützendes Mittel dieser Art sein.

„Magenkräutl“ Kamille:

Heute am Sonntag haben viele von uns Zeit, für die Einheit von Leib und Seele etwas zu tun. Neben dem Besuch eines Gottesdienstes, der einem den Ausblick auf die Barmherzigkeit und Liebe des Schöpfers vor Augen führt, kann auch das Trinken einer oder zwei Tassen Kamillentee von großem Nutzen sein. Vom Magen aus gelangen die Wirkstoffe des sympathischen Heilgewächses in den Darm und „streicheln“ in der Folge das vegetative Nervensystem. Das bietet doch Grund genug, um diese einfache Anwendung durchzuführen.


Kamille ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya



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