Frische Efeublätter ernten

Und die Haut mit Bürsten massieren

Die Erntezeit ist noch nicht vorüber. Gewiss hat das heißtrockene Wetter des zurückliegenden Megasommers es mit sich gebracht, dass das gesamte Getreide binnen kürzester Zeit von den Äckern eingebracht werden konnte. Jetzt warten wir gespannt auf den Rest an Früchten unter und über der Erde, die wohl kaum mehr vom Niederschlag der letzten Woche profitieren dürften. Wenn das Klima so weiter macht, wird es in den nächsten Jahren möglich werden, sogar Orangen nördlich der Alpen im Freien zu ziehen. Was dem Munde schmeckt, das missfällt jedoch dem Auge, wenn nämlich die Haut immer mehr der Schale der eben erwähnten Zitrusfrucht ähnelt. Ob kalt oder warm, den Efeu (Hedera helix) kann man jetzt schon pflücken und das dazu noch das ganze Jahr über. Von einem inneren Gebrauch möchte ich jedoch abraten. Wenn wir dieses rankende Gewächs näher betrachten, so kann es zwar sehr massiv den Platz beanspruchen, der gewöhnlich anderen Pflanzen zustehen würde. Andererseits versteht es der Efeu, unschöne Stellen wie betonierte Flächen oder steile schattige Halden quasi mit einem grünen Gewand zu versehen und somit dem Auge einen Gefallen zu erweisen. Im Sinne der vor allem vom berühmten Arzt Paracelsus propagierten Signaturenlehre ist es also naheliegend, bei der Frage nach den heilenden Wirkungen des Efeus vor allem die Haut in Betracht zu ziehen, die unter mancher äußerlicher Veränderung anscheinend leidet, obwohl damit in den meisten Fällen keine Schmerzen verbunden sind. Vielmehr ist es die Struktur und das Fettgewebe, die mithelfen, dass man von einer so genannten Orangenhaut spricht, die vor allem dem weiblichen Geschlecht zu schaffen macht. Zusätzlich zur Anwendung der immergrünen Heildroge dürfen auch Hautbürsten herangezogen werden, um die Durchblutung und das Gewebe zu straffen.

Die Massage mit Efeu beginnen:

Im Falle der angesprochenen Orangenhaut nimmt man ein paar frisch geerntete Efeublätter, die man zerreibt und damit die betroffenen Hautpartien einreibt. Denn dieses Grün birgt wertvolle organische Säuren und Mineralstoffe in sich, die der Haut gut tun. Das Ganze lässt man eintrocknen, ohne mit einem Handtuch nachzuarbeiten. Vielmehr reibt man mit einer geeigneten Hautbürste die Haut zuerst Richtung Herzgegend hin ein, danach setzt man diese Massage quer über den Bauch fort. Am besten führt man das 3 Wochen lang einmal pro Tag durch, um einen sichtbaren Erfolg zu erreichen.


Efeu ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Kommentare geschlossen.