Schwammerlsaison auf der Haut

Zimtrinden schmecken den Hautpilzen nicht

In diesem Sommer gibt es eindeutig ein West-Ostgefälle. Während wir auch hier im Waldviertel, das mit dem ganzen Bundesland Niederösterreich zur östlichen Hälfte Österreichs zählt, schon allzu lange auf die ersehnten Niederschlagsmengen warten, helfen anscheinend die alpinen Berge mit, dass es im Westen viel öfter blitzt und donnert und somit auch regnet. Fällt das notwendige Nass vom Himmel in Verbindung mit sommerlichen Temperaturen, so feiern die Schwammerl auf feuchtdunklen Waldplätzen scheinbar fröhliche Urständ. Dass dem momentan zwischen Vorarlberg und Oberösterreich so ist, schlägt sich nicht zuletzt auf den Speisekarten unserer wertvollen heimischen Gastronomie nieder. Ob man jedoch zum Würzen eines Pilzgerichtes auch Zimt verwendet, mag ich an dieser Stelle bezweifeln, obwohl ich mich gerne eines Besseren belehren lasse. Mit dem Zimtbaum (Cinnamomum verum), von dem das feine Gewürz stammt, gehen wir aber einen Augenblick im Gedanken weit von unserer liebenswerten Heimat weg. Die ursprüngliche Heimat dieses Gewächses liegt in Sri Lanka. In der botanischen Klassifizierung wiederum zählt der Zimtbaum zu den Lorbeergewächsen (Lauraceae). Im Fernen Osten hat man Zimt schon seit vielen hunderten Jahren als Gewürz verwendet. Nach Europa gelangte es dann schließlich mit den großen Seefahrern des 16. Jahrhunderts. Heute kommt die Zimtrinde fast täglich zum Einsatz, wenn auch die Backsaison vor dem Weihnachtsfest dieser duftenden Zutat ein besonderes Augenmerk schenkt. Kehren wir jedoch zu den eben erwähnten Schwammerln zurück. So lieb diese uns auch auf dem Teller sind, so wenig sind wir zurecht erfreut, wenn die Haut von Pilzen befallen wird. Gemeinsam mit ihren großen Vettern im Wald schätzen sie ebenfalls feuchte Milieus, in denen sie auf potentielle Wirte in Form von Menschen warten. Öffentliche Bäder sind z. B. mögliche Orte der Übertragung von Pilzen. Neben der dermatologischen Behandlung derartiger Veränderungen an der Haut und auf den Nägeln kann der Zimt mithelfen, die „Schwammerl“ dort einzudämmen.

Zimtbad bei Pilzbefall:

5 große Stangen von Zimtrinden werden zerkleinert und mit 1 Liter kaltem Wasser zugestellt. Ca. 5 Minuten lang aufkochen und nach weiteren 10 Minuten Ziehen abseihen. In die bereits mit ziemlich warmem Wasser gefüllte Badewanne hinzugießen und 20 Minuten darin baden. Das ätherische Öl der Zimtrinde hat eine antibakterielle und antimykotische Wirkung und kann daher bei der Behandlung einer äußerlichen Pilzerkrankung als Unterstützung zu Hilfe genommen werden.


Zimtrinde ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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