Den Drang regulieren

Eibisch und das Abgeben des Harns

Die Malvengewächse haben viele Formen und Arten. Ein Besuch des Kräutergartens, der dem Stift Geras vorgelagert ist, zahlt sich allein deswegen schon aus, weil man dort dem Eibisch begegnen kann. Viele kennen die Blüten dieses Gewächses, weil so manches gesundheitsunterstützende Produkt damit beworben wird, aber wie dieses stattlich wachsende Kraut in Wirklichkeit aussieht, steht doch für die meisten sprichwörtlich auf einem anderen Zettel. Wer sich mit Kräutern befasst, der sollte also generell zuvor mit ihnen eine gute Beziehung eingehen, bevor er sie gebraucht. Sonst kann es geschehen, dass man zwar den Nutzen des jeweiligen Gewächses beanspruchen möchte, darüber hinaus aber kein Interesse hegt, den Lebensbedingungen des Eibischs gerecht zu werden. So ist es mir als erstes wichtig, dass es diese Malvenart gibt und man sie ebenfalls kennt (siehe Illustration). In seiner Heilwirkung wiederum verwendet man den Eibisch (Althaea officinalis) schon seit vielen Generationen, um einerseits die Atemwege im Falle einer Infektion mit einer lindernden Maßnahme zu bedenken, andererseits hilft der hohe Schleimgehalt, der sich in allen seinen Pflanzenteilen vorfinden lässt, mit, um bei Geschwüren des Magen- und Darmtraktes eine Besserung herbeizuführen. Ein körperlicher Bereich, der überdies vom Eibisch profitiert, ist die Blase und die mit ihr verbundenen Harnleiter und Harnröhre. Dieser urologische Bereich kann leider ebenfalls durch verschiedene Gründe eine gesundheitliche Beeinträchtigung erfahren, die zumeist nicht ohne Folgen auf das reguläre Abgeben des Harns bleibt. Dies wiederum wirkt sich direkt auf das allgemeine Wohlbefinden der Betroffenen aus. Da der Eibisch gerade in voller Blüte steht, erinnert er allein schon dadurch daran, dass er uns Menschen sehr wohl in verschiedenen Anliegen begleitend beistehen kann.

Tee aus frischem Eibisch:

Vom Beet, auf dem der Eibisch seinen Platz im Garten hat, kann man die Blätter und die Blüten abzupfen und ein wenig zerkleinern. Einen Esslöffel davon setzt man in 1/4 Liter kaltem Wasser über Nacht an. Am Morgen seiht man den Ansatz ab und erwärmt ihn leicht. Danach trinkt man ihn schluckweise. Bei Schwierigkeiten mit der Harnabgabe kann man das auch noch tagsüber 2-mal wiederholen. Eibischtee soll dabei aber nie im Heißaufguss zubereitet werden, sondern im Kaltansatz. Bei Veränderungen rund um den Blasenbereich sollte man jedoch generell nicht zögern, eine ärztliche Diagnose der Symptome vornehmen zu lassen.


Eibisch ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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