Heilvolle Partnerin auch für Tiere

Die ganze Bandbreite der Kamille ausschöpfen

Sich mit seiner naturgegebenen Umwelt auseinanderzusetzen, ist einfach eine Folge dessen, als gottgewollter Mensch das Licht dieser Welt erblickt haben zu dürfen. Diese Behauptung stelle ich einfach einmal so in den Raum, wofür meine Tätigkeit als Seelsorger und Naturfreund offensichtlich den Hintergrund bilden. In dem bahnbrechenden Dokument der jüngsten Enzyklika aus der Feder des Papstes Franziskus „Laudato si“, die sich auf die Beziehung des Menschen zur Schöpfung konzentriert, finden wir einen Appell an Gläubige und Nichtglaubende: „Die Berufung, Beschützer des Werkes Gottes zu sein, praktisch umzusetzen gehört wesentlich zu einem tugendhaften Leben; sie ist nicht etwas Fakultatives, noch ein sekundärer Aspekt der christlichen Erfahrung.“ Blicken wir doch heute daher einmal auf die Echte Kamille (Matricaria chamomilla). Mit diesem uns freundlichen Kraut verbinden wir eine Reihe von gesundheitsfördernden Wirkungen. Im Falle einer grippalen Erkrankung steht uns der Tee aus Kamillenblüten genauso zur Verfügung wie etwa bei einer Verstimmung des Magens oder einer Entzündung des Darmes. Wenn wir die Palette an heilenden Effekten, die von der Kamille ausgehen, aneinanderreihen, so lauten diese entzündungshemmend, wundheilend, krampflösend, schmerzlindernd, menstruationsregulierend, magenstärkend und blähungstreibend. Da kann sich gewiss ein jeder etwas herausgreifen, wenn man das eine oder andere zur nötigen Wiederherstellung des Wohlbefindens benötigt. Als Menschen aber, denen die Schöpfung zur liebenden Sorge anvertraut ist, dürfen wir uns auch um diejenigen kümmern, die als Lebewesen das Dasein mit uns teilen. Für Pflanzen kann man z. B. einen wertvollen Kompost über die Jahre lagern und reifen lassen, indem man ihn ab und zu mit etwas Kamillentee übergießt und so mit den guten Wirkstoffen anreichert. Genauso sollten wir aber auf die Tierwelt nicht vergessen, die uns in den Haustieren ganz besonders nahe steht und am Herzen liegt.

Kamille in der Tiermedizin:

In Form eines Tees, der im herkömmlichen Heißaufguss mit Kamillenblüten angerichtet wird, haben wir ein probates Hausmittel zur Verfügung, das auch unseren Haustieren zugute kommt. Ebenfalls kann er zusätzlich als Klistier oder lediglich äußerlich verwendet werden. Bei letzterer Form gelangt die erweichende, bazillentötende und entzündungswidrige Kraft zum Tragen, wenn es z. B. gilt, Geschwüre und Wunden zu reinigen und zu behandeln.


Kamille ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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