Nutze und unnütze Bäume?

Die Ulmen bremsen das vorschnelle Werten

Was bringt mir eine Pflanze? Wozu ist sie gut? Was leistet sie für mich? – Das sind Fragen, die im Zusammenhang mit Kräutern sehr oft gestellt werden. Eigentlich möchte ich dann provokant zurückfragen, warum denn die Gewächse etwas leisten müssten, während wir den Urlaub genießen? Nun gut, bei dem bisher angefallenen Obst wie etwa Marillen, Pfirsichen oder Kirschen darf man ruhig von einem jahresmäßigen Ertrag sprechen. Und es ist ganz klar, dass alle Gartenfreunde, die einen früchtetragenden Baum auf ihren Grünflächen pflegen, die Erwartung einer guten und schmackhaften Ernte an ihren hölzernen Schützling stellen. Aber wie ist das z. B. bei der Ulme, die noch in unseren Wäldern anzutreffen ist? Meist handelt es sich dabei um die Art der Bergulme (Ulmus glabra), die im Gegensatz zu ihrer Verwandten, der Feldulme (Ulmus minor) viel weniger vom mittlerweile schon vor Jahrzehnten begonnenen Ulmenstreben betroffen ist. Ja, im Bezug auf das vielbeklagte Artensterben dürfen wir auch auf die Bäume achten und nicht nur auf seltene Vogel- oder Säugetierwesen, deren Rote Listen oft publiziert werden. Wahrscheinlich fehlt uns die Feldulme im allgemeinen Bewusstsein so wenig, weil der Baum ohnehin für den Normalverbraucher kaum etwas an Nutzen abwarf. Jeder Baum besitzt aber ein Wesen, das ihn einerseits von anderen unterscheidet und andererseits wie den einzelnen Menschen liebens- und schätzenswert macht. Wer eine Ulme länger betrachtet, der wird draufkommen, dass ihr sowohl das Erdhafte und Feste durch ihren mächtigen Stamm eigen sind, ihr aber genauso das Luftig-Leichte zukommt, da sie früh blüht und ihre Samen schon im Sommer zur Reife gelangen. Letztere können übrigens auch kulinarisch Einsatz finden. Danken wir dem Herrgott für jeden Baum, der uns mithilft, das Leben auf der Erde zu teilen und zu bereichern.

Schmackhafte Beigabe in der Küche:

Reife Samen der Bergulme, aber auch der seltenen Feldulme sowie der Flatterulme, kann man sammeln und trocken aufbewahren. Mit etwas kochmäßigem Geschick lassen sich diese rösten und als Beigabe für Wildgemüse-Gerichte, für Suppen und ebenso für Salate verwenden. Sie beinhalten nämlich einen geringen Anteil an Öl und bringen so einen ganz eigenen Geschmack in die erwähnten Speisen.


Bergulme ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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