Schon heute an übermorgen denken

Der nächste Heuschnupfen und der Ysop

Als Pfarrer wird man gerne im alltäglichen Smalltalk für das jeweilige Wetter verantwortlich gemacht. Grund genug, um damit ein wenig Spaß zu machen und die Mitmenschen zum Lächeln zu animieren. Wie lange jedoch der Winter noch dauern wird, kann ich all jenen beim besten Willen nicht sagen. Doch irgendwann beginnt der Frühling und mit ihm die verschiedensten Pollen zu fliegen. Dieser Tatsache blicken manche schon mit Grauen entgegen. Denn der so genannte Heuschnupfen betrifft immerhin nicht nur die Nase, sondern den ganzen Leib mitsamt dem darin steckenden Gemüt. In den letzten Jahrzehnten leiden immer mehr Menschen unter einer Überempfindlichkeit gegenüber bestimmtem Blütenstaub von Bäumen, Blumen, Sträuchern und Gräsern. Für jene gilt bildlich gesprochen die Alarmstufe Rot, wenn z. B. im zeitigen Frühjahr die Weiden und die Haselsträucher zu blühen und damit zu stäuben beginnen. Damit aber noch nicht genug: brenzlich wird es für die vom Heuschnupfen Geplagten oft auch zur Zeit der Gräser- und Getreideblüte. Es gibt nun verschiedene Möglichkeiten, um diese Allergieerscheinungen zu mindern oder zu begleiten. Wichtig ist es vor allem, das Immunsystem des Körpers fit und aktiv zu halten. Das passiert in erster Linie, indem man sich vernünftig ernährt und die pollenfreien Zeiten für ein möglichst häufiges und gleichzeitig vernünftiges Maß an Bewegung in der freien Natur zu nützen weiß. Auf dem Mittagstisch darf zudem des Öfteren Rohkost auf dem Speiseplan stehen. Das Konsumieren von Hagebutten-Marmelade und das Trinken von Holunderbeer- und Schwarzem Johannisbeer-Saft sollte auch immer wieder gepflogen werden. Eine Pflanze, die selber keinen Heuschnupfen kennt, ist der Ysop (Hyssopus officinalis). Als Sonnenliebhaber hat dieser Lippenblütler aus heutiger Sicht noch lange nicht seine Saison. Dennoch kann er aber schon bald mithelfen, der Pollen-Allergie besser zu begegnen.

Heuschnupfen-Symptome lindern:

Um einen Tee anzurichten, benötigt man getrocknetes und zerkleinertes Ysopkraut. Von diesem nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Ist der fertige Tee mundgerecht abgekühlt, kann man ihn schluckweise genießen. Wird man von Heuschnupfen geplagt, trinkt man 3-mal am Tag ungesüßt je eine Tasse voll. Zwischen den Mahlzeiten ist die beste Zeit dafür.

Ysop ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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