Wohltat für Mensch und Tier

Das Bohnenkraut ist seit jeher beliebt

Im Mittelalter war es Kaiser Karl der Große, der den Anbau der Kräuter unterstützte und förderte. So ließ er unter anderem das Bohnenkraut in den Gärten der verschiedenen Stände kultivieren. Das Sommerbohnenkraut (Satureja hortensis), das auch Gartenbohnenkraut genannt wird, und das Winter-Bohnenkraut (Satureja montana), das wiederum als Bergbohnenkraut bekannt ist, haben ihre ursprüngliche Heimat in den Landstrichen rund um das Mittelmeer und das Schwarze Meer. Wie bei so vielen anderen Kräutern halfen ebenso hier die Herrscher und vor allem die Klöster mit, diese in den Regionen nördlich der Alpen Wurzeln schlagen zu lassen. Vor kurzem habe ich mich noch mit einem Imker unterhalten, der die fehlende Tracht für die Bienen aufgrund der mangelnden Niederschläge in meiner näheren Heimat beklagte. Da gingen meine Gedanken sofort zum Bohnenkraut im Kräutergarten unseres Stiftes. Sobald es zu blühen beginnt, stürzen sich die Immen wie wild darauf, um jeden möglichen Nektartropfen aus den Lippenblüten zu bergen. Die geheimnisvolle Natur hat es zudem so eingerichtet, dass sich der Nahrungsflug der emsigen Insekten zugleich positiv für deren Gesundheit samt ihren Immunkräften auswirkt. Leiden die Bienen an Ruhr, kann man ihnen sogar einen Tee aus Bohnenkraut als Tränke reichen, um ihre Verdauung erneut auf Vordermann zu bringen. Ja, was für die Bienen gut ist, sollte desgleichen von uns Menschen in Anspruch genommen werden. Immerhin bedarf unser Magen- und Darmtrakt genauso der Streicheleinheiten, die das Verwenden der Heilkräuter mit sich bringt. Da das Bohnenkraut zudem die Fähigkeit besitzt, Blähungen zu minimieren, eignet es sich folgerichtig als Gewürz für Erbsen- und Bohnengerichte. Lassen wir also öfter das Bohnenkraut unseren Gaumen in seinen verschiedenen Aufbereitungen passieren.

Enthaltene Gerbstoffe einsetzen:

So lieblich das Bohnenkraut auch anzusehen ist, sosehr erweist es sich als starkes Gewächs. Grund dafür ist der hohe Anteil an Gerbstoff in seinen Pflanzenteilen. Bei Durchfall und nervösem Magen können wir also von der stopfenden Wirkung eines Tees profitieren, der im Heißaufguss aus einem der beiden erwähnten Arten der Pflanze zubereitet wird. Das Bohnenkraut schneidet man zur Zeit seiner Blüte und trocknet es im Schatten bei Zugluft.

Bohnenkraut ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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