Der Spargel wird überall angeboten

Das Salomonssiegel ist mit ihm verwandt

Gott sei Dank durfte ich in der letzten Zeit schon einiges an Spargel ästimieren. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich dieses feine Gemüse angeboten bekomme. Heuer hat seine Saison viel früher als sonst begonnen, bedingt durch das milde Frühlingswetter. Immerhin hat die kräftige Frühlingssonne ja auch den Boden mehr als wachgeküsst und somit die Rhizome animiert, den in ihnen verborgenen Trieben freien Lauf zu lassen. Das Salomonssiegel (Polygonatum odoratum) ist womöglich wenigen bekannt. So soll es heute einmal aus dem Schatten heraustreten, um sich vorzustellen. Wie der Überschrift bereits zu entnehmen ist, zählt dieses Gewächs zur Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae). Aus einem dicken, weißgefärbten Rhizom treiben alljährlich die grünen Pflanzenteile wie Stängel und Blätter. Aus den Blattachseln hängen die grünweißen, langröhrigen Blüten heraus. Sie sind honigreich und duften nach bitteren Mandeln. Der Blatt-Blütenstand neigt sich einseitswendig dem Licht zu, vergleichbar dem zur selben Verwandtschaft zählenden Maiglöckchen. Verschiedene Arten des Salomonssiegels dienen heute als Zierpflanzen in unseren Gärten. Für schattige Plätze unter dichtbelaubten Kronen ist es das ideale Gewächs. Es gibt bereits aus der Antike Nachrichten von der naturheilkundlichen Verwendung dieses Krautes. So behauptete der pflanzenkundige Arzt Dioskurides z. B., dass man mithilfe des Salomonssiegels Wunden schließen und gebrochene Glieder heilen könne. 100 Jahre später aber warnt der griechisch-römische Arzt Galen im Gegensatz dazu vor der Giftigkeit dieser Frühlingsblume bei innerlicher Anwendung. Den Wurzelstock einer im eigenen Garten wachsenden Pflanze kann man dennoch für äußerliche Anwendungen nutzen.

Umschläge bei Bluterguss:

Vom frischen und fein zerkleinerten Wurzelstock nimmt man eine Menge von 2 Esslöffeln und kocht sie in 1/2 Liter Wasser. Die Kochzeit soll aber nicht mehr als 5 Minuten betragen. Bei einem Bluterguss kann man dann die fertige Abkochung zum Tränken des Stoffes verwenden, den man als Umschlag auf die betroffene Stelle auflegt.

Salomonssiegel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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