Wer Ohren hat, der spürt sie manchmal auch

Schmerzen in diesem Bereich lindern

Das Frühjahr ist ein Fest der Sinne. Alles an uns wird förmlich von der Natur angesprochen. Mit einem Bild ausgedrückt, verhält es sich so, wie wenn ein charmanter Herr eine Dame anlässlich eines Festes zum Tanz bittet. Es sind ja schließlich nicht nur die wärmeren Außentemperaturen, die uns vor die Haustür treten lassen. Es kann auch schlicht und einfach die Neugier sein, die uns am Puls der Zeit bleiben lässt, während sich so vieles rund um uns abspielt. Unter anderem dürfen wir dabei ganz Ohr sein. Immerhin strengen sich die Vögel aller Art an, aus verschiedensten Gründen ihre Stimme zum Besten zu geben. In meinem Kloster gerät z. B. mein Mitbruder Conrad alljährlich ins Schwärmen, wenn er aus dem gefiederten Orchester des Morgens zum ersten Mal den Kuckuck ertönen hört. Als jahrzehntelang forschender und beobachtender Ornithologe kann ich dieser Freude natürlich nur zustimmen. Was eben das Auge nicht schafft, das vollbringt das Ohr. Auf einem Gang durch die Fluren kann es ganz leicht passieren, dass wir die kalten Winde unterschätzen, die das bisher bisweilen zu warme Wetter jäh unterbrachen. Wenn dann noch Zugluft dazukommt, kann es geschehen, dass sich Erkältungszustände einstellen. Bei den meisten reagieren danach die Atemwege im wahrsten Sinne des Wortes verschnupft. Andere wiederum sind im Ohr ganz empfindlich. Die dort sich infolge zu geringen Kopfschutzes einstellenden Beeinträchtigungen äußern sich meist durch unangenehme Schmerzen. Um diesen Umstand aber wieder zu ändern, stehen uns eine Reihe an Hausmitteln und naturheilkundlichen Methoden zur Verfügung, die oft schon in Vergessenheit gerieten. Zur voranschreitenden Frühlingszeit hüllen sich auch die Weiden erneut in ein Blätterkleid.

Saft aus Weidenblättern:

Aus von den Weiden am Gewässerufer gepflückten Blättern kann man einen Saft auspressen. Diesen träufelt man auf einen Wattebausch, den man abends vor dem Schlafengehen ins das Ohr einführt. Am nächsten Morgen nimmt man den Pfropfen wiederum heraus. Das kann mithelfen, Ohrenschmerzen zu lindern und Entzündungen des Hörbereichs abklingen zu lassen.

Weide ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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