Heiligkeit macht keine Schlagzeilen

Die Benediktendistel birgt im Innern ihre Kräfte

Vollkommen sein wollen viele. Doch wer von uns schafft das schon? Um unsere Schwächen zu verbergen, bauen wir uns oft eine Kulisse auf, die zumindest den Anschein erregt, dass alles passt. Egal, ob es sich dabei um unseren Körper, unser Haus oder wie auch immer gearteten Titel handelt. Und Sensation erregt oft nur das, was dem perfekten Bild vom Menschen diametral entgegensteht. Und wie ist das bei den Pflanzen? Schauen wir uns heute die Benediktendistel (Centaurea benedicta) näher an. In unseren Breiten wird das ursprünglich aus dem Orient stammende Kraut lediglich in den Gärten kultiviert und ist wildwachsend kaum anzutreffen. Das Benediktenkraut, wie dieser Korbblütler auch bezeichnet wird und somit eine Namensgleichheit mit der Nelkenwurz (Geum urbanum) besitzt, erreicht durchschnittlich eine Wuchshöhe von einem halben Meter. Auf den eckigen und behaarten Stängeln sitzen die blassgelben Blüten in einer Blütenkrone. Die Blätter wiederum sind am Rand grob gezähnt und stachelspitzig. Ihr Äußeres ist also durchaus von der Natur so gestaltet, dass wir automatisch einen Respektabstand wahren. Sie scheint auf den ersten Blick kaum für den Alltag brauchbar zu sein. Viele Menschen, die in der Vergangenheit lebten und heute als Heilige verehrt werden, teilten dieses Schicksal. Ja, oft waren diese geisterfüllten Männer und Frauen für ihre Zeit unangenehm. Äußerlich der gesellschaftlichen Umwelt unangeglichen, trugen sie in ihrem Inneren einen Schatz, der sich auf lange Sicht als wertvoll und gottgegeben erwies. Im Blick auf einen Himmel voller heiliger Fürsprecher wird aus einer langen zeitlichen Distanz die Hoffnung bestätigt: Das Gute setzt sich durch!

Benediktendistel als Hausmittel:

Vom getrockneten und zerkleinerten Kraut kann man 2 Teelöffel voll der Droge mit 1/4 Liter kochendem Wasser aufgießen und ca. 10 Minuten lang ziehen lassen. Dieser Aufguss eignet sich zur äußerlichen Waschung und Behandlung von Frostbeulen und Geschwüren. Innerlich kann dieses Kraut in ganz geringen Dosen Teemischungen beigegeben werden, um die Verdauungssäfte anzuregen.

ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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