Erinnerungen an Brasilien

Die Baummelone ist Teil des Alltags

Werden heute noch Klöster gegründet? Solch eine Frage ist nicht selten, wenn Touristen unser schönes Stift besichtigen und ich mit ihnen die altehrwürdigen Räumlichkeiten erkunden und bestaunen darf. Die einfache Antwort darauf ist: Ja. So gingen z. B. zwei Chorherren unserer Gemeinschaft in den 90er-Jahren des vorigen Jahrhunderts nach Brasilien, um dort in der Seelsorgearbeit am Rande der Stadt Sao Salvador da Bahia ihre Kräfte zur Verfügung zu stellen. Ihr Wirken trug sehr bald derart Frucht, dass sich eine Gemeinschaft aus jungen Einheimischen formierte. So beschloss der Geraser Konvent, dass daraus ein Kloster werden sollte. Dieses hat mittlerweile seine Eigenständigkeit erlangt. Im Zuge der Aufbauarbeit innerhalb der ärmlichen Gebiete nächst der alten Hauptstadt Brasiliens war auch ich dort zu Besuch. Abgesehen davon, dass ich die Herzlichkeit der Bahaianer sehr erfrischend fand, bewunderte ich die Früchte, die dort unter dem freien Himmel in den Gärten zu sehen waren. Ein riesiger Mangobaum steht bis heute auf dem Grundstück des neuen Klosters. Und überall wuchsen schlanke Bäume empor, deren Blätter ein wenig an die der Feigenbäume erinnern. Dabei handelt es sich um Papayabäume (Carica papaya), deren Früchte auch bei uns im Handel zu erwerben sind. Natürlich ist es etwas ganz anderes, direkt im Stammland eine Frucht zu genießen. Ich werde nie vergessen, wie köstlich all die verschiedenen frisch gepressten Säfte aus den tropischen Früchten mundeten, die dort im Kloster am Rande von Salvador täglich am Tisch standen. Immer, wenn ich die Mitbrüder besuchte, begann gerade südlich des Äquators der Sommer. Die dementsprechend hohen Temperaturen verlangten eine Kühlung des Körpers durch regelmäßiges Trinken. Die frischen Früchte ermöglichten mir eine Ahnung, wie es einst im Paradies gewesen sein muss, als der Schöpfer den Seinen die Früchte als Nahrung zur Verfügung stellte.

Papayafrucht gegen Verstopfung:

Die Baummelone, wie die Papaya auch genannt wird, kommt in vielen tropischen Ländern vor, von wo aus sie ebenso nach Österreich importiert werden. Dieses Angebot darf man auch ab und zu in Anspruch nehmen. Der Verzehr des Fruchtfleisches der Papaya fördert die Verdauung. Hat jemand Probleme mit Verstopfung, soll man in diesem Falle versuchen, diese exotische Frucht zu essen.

ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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