Gott loben und gut kauen

Die Nelkenwurz verleiht guten Atem

Einen Schritt weiter gehen. Von den Lippen war gestern bereits die Rede. So beschäftigen wir uns heute mit der Mundhöhle. Das ist ein ganz besonderer Raum. Alles, was die Geschmacksnerven als köstlich empfinden, wird darin willkommen geheißen. Dennoch wird im Mund eine Weile geprüft, ob die Qualität des Genossenen auch den Erwartungen entspricht. Denken wir nur an das Verkosten der jungen Weine, das ab November wiederum anstehen wird. Ja, den Dingen auf den Grund gehen. Was hilft uns denn, jede Oberflächlichkeit ins uns zu minimieren? Da braucht es eben ein Kraut mit einer Wurzel. Ganz naheliegend ist in diesem Zusammenhang die Nelkenwurz (Geum urbanum). Sie bleibt mit ihren unterirdischen Pflanzenteilen nicht an der Oberfläche. Ihre Rhizome und Wurzeln ermöglichen ihr die Existenz auch über die jeweiligen Winterszeiten hinweg und verschaffen dem Kraut eine vegetative Verbreitung. Unsere Mundhöhle, um wiederum zur Physis zurückzukehren, ist eigentlich dafür angelegt, die aufgenommene Nahrung für den restlichen Verdauungstrakt aufzunehmen und zu zerkleinern. Doch ist dieser Ort keine Einbahnstraße. Der Atem verlässt aus der Lunge oft unseren Körper über den Mund. Nicht zuletzt wird die Sprache im Mund geformt, die gleichfalls ganz eindeutig davon Zeugnis gibt, ob unser Denken und Sinnen rein oberflächlich bleibt oder ob es in die Tiefe geht. Eines der edelsten Funktionen, die Mund und Atem zusammen mit dem Herzen bewerkstelligen, sind das Loben und das Danken. Ein Lob auf jeden Fall dem Schöpfer, der uns die Kräuter zur Seite stellt!

Wohltat für den Mund:

Von der getrockneten Wurzel der Nelkenwurz kann man kleine Stücke einige Male am Tag kauen. Das festigt das Zahnfleisch und verleiht einen guten Atem. Diese Komponenten ermöglichen uns eine größere Selbstsicherheit in unserem Auftreten.

ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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