Herrlicher Duft am Wegrand

Schmackhafte Beigabe in der Küche

Lenkt man das Augenmerk auf den wissenschaftlichen Namen des Dosts, so hat die Bezeichnung Origanum vulgare einen bestimmten Grund, der in der alten griechischen Sprache zu entschlüsseln ist. Das hier in lateinischen Lettern transkribierte Wort „oros“ heißt übersetzt: Berg. „Ganos“ wiederum bedeutet so viel wie Glanz oder Zierde. Damit kann nicht unbedingt der natürliche Standort des Wilden Majorans gemeint sein, der in unseren Breiten auch durchaus im Flachland wächst. Generell ist er auf Böschungen am Waldrand oder entlang von Wegen zu finden. Die Pflanze verströmt einen angenehmen Duft, der in unserer Vorstellung sofort die Erinnerung an eine gute Speise wie z. B. einer Pizza hochkommen lässt. Ja, gerne wird der Dost in der mediterranen Küche als Gewürz verwendet. Aus dem Mittelalter sind uns Erzählungen überliefert, denen zufolge der Dost mitgeholfen hat, um Teufel und Hexen mitsamt dem „bösen Blick“ abzuwehren. Die heilenden Eigenschaften des Wilden Majorans sind ganz nüchtern betrachtet durchaus brauchbar. Denn er übt einen positiv stimulierenden Einfluss auf unser Nervensystem aus und hat überdies auch schmerzstillende Eigenschaften. Die Pflanze wirkt schweißtreibend, stärkt den Magen und lindert krampfhafte Zustände. Daher ist es angebracht, den Dost wiederum vermehrt im Zubereiten unserer Speisen zum Einsatz zu bringen. Der Gaumen des Kochs oder der Köchin ist dabei ohnehin das beste Instrument, um festzustellen, wie sehr dieses gesunde Gewürz mit den verschiedensten Gerichten kompatibel ist.

Den blühenden Dost ernten:

Um das Heilkraut des Wilden Majorans auch haltbar zu machen im Hinblick auf die spätere Verwendung, schneidet man die nicht verholzten Triebe zur Blütezeit ab und hängt sie kopfüber an einem luftigen Ort zum Trocknen auf. Daraus kann auch ein Tee zubereitet werden, der bei Atemwegsbeschwerden und ebenso bei Migräne gute Dienste erweisen kann.

ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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