Ein bleibendes Geschenk

Die Felsenbirne vor dem Pfarrhof

Nun ist es schon wieder eine Weile her, dass ich Geburtstag hatte. Die Glückwünsche und Aufmerksamkeiten zu diesem Anlass haben mir auf jeden Fall Freude bereitet. Im Kloster wird aber nach altem christlichen Brauch der Namenstag mehr beachtet und gefeiert als der Geburtstag. Ein mir sehr lieber Mensch hat mir zum Wiegenfest dieses Jahr ein paar Pflanzen vor die Tür gestellt, die ich dann im großen Garten des Pfarrhofes zu Harth einsetzen konnte. Unter anderem fand ich darunter ein Gewächs, das ich bislang nur aus Büchern kannte. Es ist eine Felsenbirne (Amelanchier). Dieser strauchartige Kleinbaum kommt vor allem in Gebieten mit kalkigem Gestein vor und zählt zu den Kernobstgewächsen. Im Frühjahr ist er mit zahlreichen weißen Blüten übersät und bietet den Bienen an sonnigen Hängen eine begehrte Nahrungsquelle. Die kleinen Früchte der Felsenbirne reifen erst im frühen Herbst und sind in geringen Mengen auch roh genießbar. Trägt ein Strauch mit den Jahren die entsprechende Fruchtmenge, kann man daraus ebenso Kompott oder eine Marmelade herstellen, auch in Kombination mit anderen Früchten wie z.B. Äpfeln.
Als ich schon ein Jahr alt war, hat man 1966 die Lebensgeschichte des heiligen Thomas Morus verfilmt. Der Streifen trägt den bezeichnenden Titel: Ein Mann zu jeder Jahreszeit. Diese Überschrift ist durchaus auf die Felsenbirne zu übertragen. Denn zieren vor dem Blattaustrieb im Frühling die Blüten die feinen Zweige und lassen sich im Herbst die kleinen Früchte ernten, so zeigt diese Pflanze vor dem Winter noch einmal, was sie kann. Bevor sie das Laub verliert, färben sich die Blätter leuchtend orange bis rot. Diese farbliche Bereicherung ist weder im Garten noch in der Landschaft zu verachten.

Heimische Pflanzen setzen:

Vielleicht ist dieser Artikel ein Anstoß, um die Felsenbirne in einer nahe gelegenen Baumschule kennenzulernen. Es empfiehlt sich, dieses Rosengewächs an Böschungen in Hecken zu integrieren oder sie solitär als Blickfang zu pflanzen. Die Felsenbirne ist überdies eine Wirtspflanze für die Raupen seltener Schmetterlingsarten.

ⓒ Foto: Flickr, Roberto Verzo

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