Am ganzen Körper behaart

Der Beinwell ist aber kein Macho

Die meisten von uns werden sich an die 2012 tragisch verstorbene Chanson-Sängerin Margot Werner erinnern, die einst in Salzburg ihre Kindheit verbrachte. Wem der Name momentan aber nichts zu sagen hat, bei dem wird es im Gedächtniszentrum klingeln, sobald ich einen ihrer bekanntesten Lieder zitiere: „So ein Mann, so ein Mann, zieht mich unwahrscheinlich an; dieser Wuchs, diese Kraft, weckt in mir die Leidenschaft …“ Seit 1977 ist dieser Song die geheime Hymne für das angeblich stärkere Geschlecht auf dieser Welt. Medial tritt ja der Mann immer mehr in den Vordergrund, um für die Werbung den gewünschten Effekt bereitzustellen. Als Folge der Emanzipation muss er ebenfalls in vielen Fällen möglichst viel Haut präsentieren. In den Augen der Frauenwelt sind aber auch wie überall die Geschmäcker verschieden. Die einen mögen’s gern glatt rasiert und zusätzlich noch eingeölt, die anderen ziehen wiederum die natürliche Beschaffenheit der männlichen Haut samt den dazu zählenden Haarpartien vor. Gestatten Sie mir einen Schwenk ins Pflanzenreich, um mich dort besser an Details verlieren zu können. Hier finden wir genauso maskulin anmutende Vertreter, die von der botanischen Klassifizierung als Raublattgewächse bezeichnet werden. Stellvertretend dafür steht der Beinwell (Symphytum officinale), der auf allen grünen Pflanzenteilen mit borstigen Haaren überzogen ist. In den Wiesen und an den Böschungen tritt dieses häufig vorkommende Gewächs in der warmen Jahreszeit erneut auf den Plan. Mit seinen glockenähnlichen purpurnen Blüten lockt er vor allem die Hummeln an, die mit ihren langen Rüsseln an die dort gespeicherten Nektartropfen herankommen. Seit langem wird der Beinwell in der Naturheilkunde geschätzt. Dieses Kraut hat aber auch seinen Nutzen für die Gemüsepflege im Garten.

Beinwell-Jauche als Düngung:

Für die Zubereitung benötigt man ca. 1 kg frische, zerschnittene Beinwelltriebe, die mit 10 Liter Wasser in einem offenen Behälter zwei bis drei Wochen angesetzt werden. Täglich einmal mit einem Stock umrühren und zur Geruchsbindung ab und zu eine Handvoll Steinmehl auf die Oberfläche streuen. Nachdem die entstehende Jauche aufgehört hat, zu schäumen und sich alle Pflanzenteile am Boden abgesetzt haben, wird die fertige Beinwell-Jauche im Verhältnis 1 : 10 mit Wasser verdünnt. Damit gießt man den Wurzelbereich von Paradeisern, Zeller und Kraut, die dem Boden viel abverlangen.

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