Leicht in den Tag einsteigen

Ab und zu am Morgen fasten

Unser Körper ist mehr als nur eine Maschine, die dazu bestimmt ist, biologische Abläufe zu vollziehen. Immerhin wohnt unsere Seele darin und bildet zusammen mit unserem Leib die Persönlichkeit, die jetzt unaustauschbar und einmalig auf dieser schönen Erde existiert. Von daher betrachtet ist es gut, das Sensorium unseres Verdauungstraktes herauszufordern und dafür zu sorgen, dass es für Magen und Darm auch Erholungsphasen gibt, damit eben schädliche Stoffe leichter abtransportiert und entsorgt werden können. In der Bibel heißt es so schön: Nicht nur vom Brot allein lebt der Mensch, sondern auch von jedem Wort aus Gottes Mund. Sollten wir daher nicht ab und zu dafür sorgen, dass wir gleich am Morgen eines Tages mit geistiger Nahrung in die neuen Stunden einsteigen? In meinem Kloster genieße ich einen gewissen Luxus. Gleich in der Frühe beginnen wir als Gemeinschaft mit dem Stundengebet jeden neuen Tag. Darin höre ich immer ein Stück der Heiligen Schrift bzw. einen Text der alten Kirchenväter oder eines Theologen. Erst nach dem Chorgebet geht’s zum Frühstück. So ist mir gewährleistet, dass ich auf jeden Fall Nahrung für die Seele erhalte. Mit ein bisschen Phantasie ist es wohl jedem möglich, sich so einen heiligen zeitlichen Winkel in aller Herrgottsfrüh einzurichten, damit eben nicht nur der Magen es ist, der unseren Tagesbeginn bestimmt. Ganz leicht können da ein gutes Buch, ein Gedicht, ein paar wertvolle Gedanken anderer Menschen oder einfach nur die Stille Elemente sein, die mir helfen, meinem Geist gerecht zu werden.

Mildes Morgenfasten:

Oft reicht ein Glas Butter- oder Sauermilch als Frühstück. Gesunde Menschen können auch auf ein wenig Fruchtsaft zurückgreifen, um damit den Tag zu beginnen. So bleibt der Magen leicht und der Kopf frei, um dem Geist mehr Raum zu lassen. Ab und zu kann das ja nicht schaden.

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