Das Kraut der Könige und Mönche

Sie schätzten den Wohlgeruch der Frauenminze

Es war kein Geringerer als Kaiser Karl der Große, der in seiner Landgüterverordnung „Capitulare des villis“ der Frauenminze (Tanacetum balsamita) seine Ehre erwies. In dem besagten Dokument, das uns bis heute überliefert ist, finden wir diesen Korbblütler unter der Bezeichnung „costum“. Dieser Begriff scheint auch in anderen mittelalterlichen Aufzeichnungen von Kräutern auf und wir dürfen aufgrund wissenschaftlicher Recherchen davon ausgehen, dass jeweils die Frauenminze gemeint ist. Im Volksmund gibt es noch weitere Begriffe, wie z.B. Balsamkraut oder Marienblatt. Aus einem starken Wurzelstock treiben jedes Jahr wiederum die länglichen und am Rand gesägten Blätter. In einer Wuchshöhe, die bis zu 1 1/2 Meter erreichen kann, zeigen sich ab dem Spätsommer die kleinen gelblich-grünen Röhrenblüten, die einen angenehmen Duft verbreiten. Ihre Bezeichnung „Balsamkraut“ weist ja zudem darauf hin, dass die Frauenminze ätherische Öle enthält. Diese Eigenschaft hat man sich in früheren Zeiten zunutze gemacht, in dem man von dem einst hoch geschätzten Heilkraut die am Boden groß wachsenden Blätter trocknete, um sie in Gebetbücher einzulegen. Der daraus entströmende Duft wirkte u. a. durch das Kampferöl anregend und half mit, bei langatmigen Predigten nicht einzuschlafen. In der Naturheilkunde spielt diese Pflanzenart heute kaum mehr eine Rolle.

Die verwandten Arten der Frauenminze:

Wie schon oben erwähnt, ist dieses Heilkraut keine Minze, sondern eine Vertreterin der Korbblütler. So stehen ihm also der bekannte Rainfarn und das Mutterkraut viel näher als die verschiedenen Minzen-Arten. Wer zu Hause das Balsamkraut in seinem Garten stehen hat, kann übrigens die getrockneten Pflanzenteile in die Kleiderschränke legen, um damit ungebetenes Ungeziefer wie Motten oder Käfer fernzuhalten.

Frauenminze

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