Der natürliche Schmuck

Die Augen entdecken ihn am Wegesrand

Der Imperativ der Überschrift meiner Kolumne hat eine lange Tradition. Immer wieder hat einst Kräuterpfarrer Hermann-Josef Weidinger seine Zeitgenossen ermuntert, aufmerksam durch die Natur zu gehen. Ich bin froh, in dieser Zeit fortsetzen zu dürfen, wo wir doch vermehrt der Hilfe der unberührten Natur bedürfen. Wenn der Mensch nicht vernichtend und sortierend eingreift, ist die Flora draußen vor unserer Haustür selbst imstande, sich je der Jahreszeit entsprechend eine adrette Kleidung anzuziehen. Gerade jetzt gehören zur aktuellen Farbkombination unbedingt das Blau und das Gelb des Acker-Stiefmütterchens dazu. Ganz bescheiden fügt es sich zu den anderen kleinen Blumen am Wegrand und auf Brachflächen, auf Wiesen und auf den Weiden. Es ist ja auch gottlob in ganz Europa heimisch. Eine Zeit lang hat man dieses äußerst ästhetische Gewächs mit dem unehrenhaften Titel „Unkraut“ versehen. Heute ist man Gott sei Dank vernünftiger und klüger. Das Acker-Stiefmütterchen wirkt in erster Linie blutreinigend und harntreibend, zudem fiebersenkend und schweißtreibend. Die Blätter dieser sympathischen Pflanze lassen sich beispielsweise zerkleinert in fertig gekochte Suppen geben, damit ihre Heilwirkung aufgenommen werden kann.

Hilfe bei Gicht und Rheuma:

Hier ein Tipp aus dem reichen Erfahrungsschatz Hermann-Josef Weidingers: Man nimmt ein Gemisch aus frischem oder getrocknetem Acker-Stiefmütterchen-Kraut zusammen mit der zerkleinerten Wurzel der Pflanze in einer Menge von 2 Esslöffeln und übergießt es mit 1/2 Liter kochendem Wasser. Dann 15 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen, abseihen und schluckweise über den Tag verteilt trinken.

Acker-Stiefmütterchen

Kommentare geschlossen.