Große Bletschn am Bachufer

Meist sind es die Blätter der Pestwurz

In der Erde liegen oft verborgene Schätze. Das erweist sich häufig in der Heilkraft der Wurzeln verschiedenster Pflanzen. Im frühen Sommer begegnet man am Wegrand oder an einem steinigen Ufer eines Baches großblättrigen Pflanzen, wonach ich bei Kräuterwanderungen immer wieder gefragt werde. Wenn es zutrifft, darf ich auf die Pestwurz (Petasites hybridus) hinweisen. Der kräuterkundige Arzt beschrieb im 16. Jahrhundert die Wirkkraft der Wurzel der von ihm als Pestilenzwurzel bezeichneten Pestwurz folgendermaßen: „Die fürnembste Stuck hab ich schon unter dem Namen begriffen/ nemlich für alles Gifft/ für das Grimmen/ und Schweiß damit zu bewegen. Ist gut in Wein gesotten und getruncken für ein schwären engen Athem/ für die breite Bauchwürm/ welche gestaltet seind/ als der Kürbssamen. Item zu bewegen den Harn und die Blödigkeit der Frawen.“ Das historische Dokument kann durchaus in der einen oder anderen Beschreibung belächelt werden; dennoch bringt es die große Wertschätzung der Pestwurz zum Ausdruck. Diese gewässerbegleitende Heilpflanze ist in ganz Europa verbreitet.

Pestwurz-Tropfen selbst gemacht:

Jetzt im Frühling wird die Wurzel vor der Blüte ausgegraben, gesammelt und unter fließendem Wasser gereinigt. Nach dem Zerkleinern nimmt man 250 g der Droge und leert sie in 1 Liter 70%igen Obst- oder Kornbrand. 14 Tage in der Sonne stehen lassen, aber jeden Tag einmal kräftig durchschütteln. Nach dem Abseihen füllt man die Tinktur in dunkle Fläschchen und lagert diese kühl und lichtgeschützt. Bei Nierenkoliken, Nervenschwäche und Kopfschmerzen können 3-mal täglich 15 Tropfen davon auf einem Esslöffel mit Sauermilch oder Honig vermischt eingenommen werden.

Pestwurz

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