Gut kauen will gelernt sein
1. September 2026Mit dem Kohlrabi einüben
Wann nehmen wir uns für das Essen Zeit? Ich glaube, wir kennen das alle, dass es die Beschäftigungen tagsüber kaum zulassen, sich gemütlich an den Tisch zu setzen und das Selbstgekochte dann mit Genuss zu ästimieren. So soll heute eine Tugend ins Rampenlicht gerückt werden, die gar zu oft unter den Tisch zu fallen droht: das gute Kauen. In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll, sich einem Gemüse zuzuwenden, das uns hilft, besser an unsere Speisen heranzugehen. Mir fällt dazu der Kohlrabi (Brassica oleracea var. gongylodes) ein, der übrigens ohne großen Aufwand roh genossen werden kann. In diesem bekannten und beliebten Gemüse steckt einiges an Brauchbarem, das unserer Physis gut ansteht. Dabei handelt es sich u. a. um Mineralstoffe wie etwa Magnesium und zudem um eine Menge an Ballaststoffen. Für den ganzen Körper ist es schließlich unerlässlich, mit dem Kohlrabi einen Nachschub an Gesundheitsförderndem zu sich zu nehmen. Denken wir darüber hinaus auch an die Peristaltik des Darmes und an die Energiezentrale unseres Immunsystems, die Darmflora, die ihrerseits ohne Ballaststoffe aus dem Gleichgewicht zu geraten droht. Der häufige Konsum von Gemüse ist generell als Vorsorge für eine stabile Vitalität zu werten. Und es kann nur recht und billig sein, mehr gesunde Menschen in unserer Gesellschaft zu haben als Kranke. Und ein bewusstes gründliches Kauen kann dann die Richtung dafür vorgeben. Nehmen wir uns also bewusst Zeit dafür.
Sinnvolle Zwischenmahlzeit
Eine noch nicht holzige Kohlrabi-Knolle wird zuallererst gewaschen und sodann abgeschält. Danach einen Teil des Gemüses in Scheiben schneiden. Von diesen wiederum ein Stück abbeißen und im Mund gründlich durchkauen, bevor es hinuntergeschluckt wird. Auf diese Weise ist der Kohlrabi leichter verdaulich und bereitet somit dem Magen und dem Darm mehr Freude als schnell verschlungene Brocken davon. Der Kohlrabi liefert beim Lernen des guten Kauens auch gleichzeitig wertvolle Ballaststoffe in den Verdauungstrakt, die diesen ganz gut fit halten.

Kohlrabi (Brassica oleracea var. gongylodes) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum