Damit die Haare sich freuen
21. August 2026Klettenwurzel & Co aufbereiten
Wie reich die Pracht auf den Köpfen von Herrn und Frau Österreicher bestückt ist, dazu genügt ein Blick in den Spiegel, um den genauen Zustand dahingehend zu konstatieren. In der Kindheit und Jugend denkt wohl kaum jemand daran, sich dahingehend Sorgen zu machen, es sei denn, dass sich die Eitelkeit eine spezielle Frisur wünscht. Sobald sich aber die ersten Geheimratsecken bei den Männern abzeichnen, ahnen die meisten, dass der Zug namens Haarausfall schön langsam in Fahrt kommt. Die Ursachen hierfür sind unterschiedlich, vor allem aber hormoneller Natur. Um nun generell für die Haare und die Kopfhaut eine unterstützende Pflege auf den Weg zu bringen, dürfen auch die Wirkkräfte der Pflanzen mit einkalkuliert werden. Unter diesen Vorzeichen sei nun auf die Große Klette (Arctium lappa) verwiesen, die sich als heimische Pflanze gern an kargen Standorten einstellt und dort ihre schirmartigen Blätter ausbildet. Sie ist ebenfalls schön anzusehen, wenn sie blüht und versteht es ihrem Namen mit dem Ausbilden der Samenstände alle Ehre zu machen. Wie wohl alle wissen, krallen sich diese Fruchtstände gerne beim Vorüberstreifen in Stoff und Fell fest. Nun ist es allein schon aus diesem Grund besser, sich der Wurzel der Klette zu besinnen, die viele nützliche Inhaltsstoffe aufweist – wie ätherisches Öl, Schleim- und Bitterstoffe. Die traditionelle Heilpraxis hat mit diesem Wuchsteil unterschiedliche gute Erfahrungen gemacht, etwa im Hinblick auf die Stärkung angeschlagener Atemwege. Was nun die Pflege von Haut und Haar anbelangt, gibt es ebenso viele Empfehlungen in den alten Überlieferungen, die es ratsam erscheinen lassen, sich die Klettenwurzel zunutze zu machen. Mit ihr kann übrigens ein Dreierteam zusammengestellt werden, das noch effizienter dem Wunsch entgegenkommt, die Haare in ihrem Bestand zu unterstützen. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert, wobei die Kopfhaut dann sicher nicht zu kurz kommt.
Pflegewasser daheim zurichten
Zu 20 g getrockneten und zerkleinerten Klettenwurzeln in der gleichen Menge Brennnessel- und Birkenblätter (beide ebenfalls getrocknet und zerkleinert) beifügen. Alles zusammen in einem weithalsigen Glasgefäß mit 1 Liter Ansatzalkohol übergießen. Dann verschließen und 14 Tage lang auf einer Fensterbank stehen lassen. Danach abseihen und den Rückstand mit 1/2 Liter abgekochtem kühlen Wasser 3 Stunden ansetzen, gut durchrühren, filtrieren und dem ersten Ansatz hinzugeben. Nochmals 14 Tage stehen lassen. Zum Schluss in handliche braune Fläschchen abfüllen. Täglich damit morgens den Haarboden einreiben, um so auch die Haare pflegend zu stärken.

Große Klette (Arctium lappa) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum