Wer in der Nacht schwitzt

24. Juli 2026

Greift am besten zum Echten Labkraut                                                                                                                                 

Nach einem Urlaub kann jemand einiges erzählen. Zum Aufenthalt weit abseits vom gewohnten Zuhause gehören auch Begegnungen mit neuen Gesichtern. Bei den Pflanzen jedoch – so ging es zumindest mir in den Tagen im Vinschgau – traf ich auf alte Bekannte. Ich staunte nicht schlecht, dass in hohen Lagen weit über tausend Meter Seehöhe auch das Echte Labkraut (Galium verum) ganz prächtig gedeiht. So möchte ich anhand dieses liebenswerten Gewächses ein Thema aufgreifen, das gerade im Sommer viele beschäftigt: das Schwitzen in der Nacht. Dabei geht es um die leidige Erfahrung, dass man während der Bettruhe erwacht und eindeutig spürt, dass der Schweiß die Haut bedeckt. Gewiss kann dies verschiedene Ursachen haben bis hin zu heftigen Träumen. Das Echte Labkraut ist eine Pflanze, auf die wir dabei zählen können. Seine Wirkstoffe bestehen u. a. aus Gerbstoffen, Glykosiden, Kieselsäure und Spurenelementen. Erst bei der getrockneten Droge kommt auch das Cumarin zur Geltung. Wir können nun das Heilgewächs äußerlich verwenden, vor allem dann, wenn es darum geht, wieder beruhigter und mit weniger Schweiß die Phase des Ausruhens während der Nacht auskosten zu dürfen. Gewiss ist es hierbei auch möglich, noch andere Kräuter auf den Plan zu rufen wie etwa den Salbei. Dieser bildet mit dem Labkraut ein gutes Gespann.

Aufguss für Abreibungen

1 Esslöffel voll getrocknetes und zerkleinertes Labkraut mit derselben Menge an Salbeiblättern, ebenfalls getrocknet und zerkleinert, zusammenmischen. Diese Kräutermenge mit 1/2 Liter kochendem Wasser überbrühen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, danach abseihen. Kurz vor dem Schlafengehen den ganzen Körper mit dem ausgekühlten Absud mittels eines Waschlappens abreiben. In der Früh nach dem Erwachen noch einmal durchführen. Das bremst auf natürliche Weise die übermäßige Tätigkeit der Schweißdrüsen.

Echte Labkraut (Galium verum) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum