Wenn Hühneraugen plagen
23. Juli 2026Mit der Felsen-Fetthenne erweichen
In der Reihe unserer liebenswerten Pflanzen in Natur und Garten gibt es auch immer wieder bewundernswerte Überlebenskünstler zu bestaunen. Wenn die besonderen Hitzeperioden des gegenwärtigen Sommers den notwendigen Niederschlag hintangehalten haben, so sind es die hitzebeständigen Individuen, die offenkundig damit umgehen können. Dazu zählt auch die Felsen-Fetthenne (Sedum rupestre), die ebenso zwischen Geröll und Steinen zu existieren vermag und die uns zur Hand geht, wenn z. B. Hühneraugen an den Füßen Probleme bereiten. In der Familie der Dickblattgewächse gibt es hierzulande eine Artengruppe mit Namen Sedum. Für gewöhnlich siedeln sich diese Pflanzen in felsigen Hängen des Gebirges oder entlang von Flusstälern an, wie dies für meine Heimat das Waldviertel entlang von Kamp und Thaya charakteristisch ist. Doch findet man jene Gewächse genauso an Ruinen und sogar am Rande von geschotterten und gekiesten Wegen. Warum die Tripmadam, wie die Felsen-Fetthenne auch gerne landläufig genannt wird, in der klösterlichen Küche Verwendung fand, ist dem Umstand geschuldet, dass man in früheren Zeiten die Blätter des Sukkulenten dazu heranzog, um kalte Speisen und Salate zu würzen. In den Wuchsteilen der Felsen-Fetthenne ist übrigens sogar Vitamin C eingelagert. Gerbstoffe und Flavonoide sind weiters darin enthalten. Nun gibt es, wie schon oben angedeutet, auch eine Möglichkeit, diese Pflanze als äußerliche Unterstützung heranzuziehen, wenn ihre erweichende Wirkung gefragt ist.
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Von den gesäuberten Blättern der Felsen-Fetthenne die äußere Schicht in Form von winzigen Lappen abziehen. Die Haut rund um so genannte Hühneraugen mit ein wenig Schmalz oder einem Pflanzenöl einreiben. Erst dann die abgezogenen Stücke der Fetthenne auf die Hühneraugen auflegen und mit einer Mullbinde befestigen. Nach ein paar Stunden zeitigt diese Maßnahme eine erweichende Wirkung, die für eine weitere Behandlung der Hühneraugen von Vorteil sein kann.

Felsen-Fetthenne (Sedum rupestre) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum