Die Goldmelisse trägt zum seelischen Gleichgewicht bei
22. Juli 2026Schlechte Laune macht krank
Bei trauriger Grundstimmung wird der Magen schlaff, das Gefallen am Essen schwindet. Man sieht alles trüb. Niedergeschlagenheit und Hoffnungslosigkeit bestimmen unser Denken und bremsen das Handeln. Frohsinn und Freude sind zwei ganz wichtige Medizinen. Sie bringen überall Licht und Sonne hinein und überwinden vieles. Ohne sie kann kein Mensch gesund bleiben oder gesund werden. Die seelische Grundhaltung ist bei vielen Krankheiten entscheidend. Ein froher Mensch, der ruhig und stark seine Krankheit trägt, der wird eher gesund als ein mürrischer Kauz, der wegen jeder Kleinigkeit schon aus dem Häuschen gerät. Der 1945 verstorbene Schweizer Kräuterpfarrer Johann Künzle wusste zu sagen: „Bist du recht wild oder traurig, so fleuch schnell aus dem Haus in Wald und Flur, sammle einen Blumenstrauß oder fülle die Taschen mit Teekraut.“ Die Goldmelisse (Monarda didyma) ist gut für Menschen, die leicht aus dem seelischen Gleichgewicht geworfen werden. In ihr vereinen sich ätherisches Öl und Gerbstoffe. Die Wirkung der Goldmelisse erstreckt sich vom Unterleib über den Magen-Darm-Trakt bis zu den Atemwegen. Introvertierte Menschen, die an Wetterfühligkeit leiden und klimakterischen Schwankungen unterworfen sind, können leicht das seelische Gleichgewicht verlieren. Goldmelissentee, öfter als Tagesgetränk genossen, fängt Gemütsschwankungen ab und stellt das nötige innere Gleichgewicht wieder her. Bei den Oswega-Indianern Nordamerikas war die Pflanze außerordentlich beliebt, deshalb auch die Bezeichnung „Indianernessel“. Der stark aromatische Lippenblütler hat nesselähnliche Blätter. Goldmelisse im Garten erwärmt das Herz. Die Pflanzen verzweigen sich stark. Auch an den Seitentrieben erscheinen Blütenkränze. Goldmelissenbeete blühen während des ganzen Sommers üppig. Sie locken Bienen, Hummeln und Schmetterlinge in großer Anzahl an. Eine wahre Freude, wodurch das Herz so richtig warm, ruhig und ausgeglichen wird. Die seelische Heilwirkung soll man nicht übersehen.
Goldmelissentee erhellt die Stimmung und verbessert die Laune
Von den sich öffnenden Blüten bei schönem Wetter die Blütenblätter zupfen. Im Schatten trocknen. Ein aus 2 Teelöffel Blüten und ¼ l kochendem Wasser zubereiteter Tee schmeckt köstlich. Mit Honig gesüßt, am Abend getrunken, bedeutet er einen entspannenden Abschluss des Tages. Goldmelissenwein kann man sich selbst herstellen: 45 g Blüten werden mit 1 l naturbelassenem Rotwein übergossen. 8 Tage in die Sonne stellen, abseihen, dunkel und kühl lagern. Stamperl- oder esslöffelweise genommen fördert er die Herzenswärme.

Goldmelisse (Monarda didyma) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum