Die Madonnenlilie gilt als Labsal für die Haut

20. Juli 2026

Uraltes Symbol für Licht und Leben

Edel und erhaben wie ihr ganzer Blumenleib, so ist auch die Heilkraft der Madonnenlilie (Lilium cadidum). Sie spielt in der Volksheilkunde eine große Rolle. Im christlichen Mittelalter wurde die weiße Lilie zum Symbol der Jungfrau Maria, zur Madonnenlilie. Man zog sie mit Vorliebe in den Klostergärten. Unsere Haut ist mehr als bloß äußere Hülle. Sie verleiht nicht nur Wohlbefinden, sondern schenkt uns Selbstsicherheit. Die Haut trägt dazu bei, die Seele zu festigen. „Lilienwasser“ ist ein wertvolles Hautpflegemittel. Alles Edle der Madonnenlilie spiegelt sich in der reinen Blütenfarbe und den von der Sonnenkraft geformten goldgelben Staubgefäßen. So kann man auch verstehen, warum das „Lilienwasser“ zu allen Zeiten derart geschätzt war. Es hat heute noch einen großen Ruf als Hautpflegemittel. Insbesondere hält es die Gesichtshaut frisch. Man reibt sich damit in der Früh und abends die Gesichtshaut gut ein. Bedeckt dann das Gesicht für kurze Zeit mit einem in heißes Wasser getauchten und ausgewrungenen Frottierhandtuch. Nicht nachtrocknen. Lilien-Wasser stellt man her indem man 150 g frische Blüten mit ¾ l kochendem Wasser übergießt, 8 Stunden ziehen lässt, abseiht und in eine Literflasche füllt, mit ¼ l gutem Obstbrand ergänzen. Dunkel und kühl lagern. Die Weiße Lilie ist ein zwiebelartiges Gewächs, das 1 bis 1,5 Meter hoch wird. Ihre Zwiebel besteht aus vielen verdickten Häuten mit grünen Blättern, die sich nur aus inneren Lagen entwickeln. Der Stängel ist voll belaubt und endet in einer Reihe waagrecht ausgerichteter Blüten. Diese blühen 4 bis 5 Tage lang und sind die ganze Zeit über, bei Tag und Nacht, geöffnet. Sie duften aber während der Nacht bedeutend stärker. Weiße Lilienblätter in reinem Alkohol konserviert wurden früher auf dem Land als eine Art Schnellverband bei Schnittwunden verwendet. Vor allem dann, wenn der Weg zum Arzt zu weit war.

Lilienöl oder Liliensalbe für die Beine und für die Haut

„Gegen alles Weh in den Beinen ist es, und gegen Krampfadern gibt’s halt nichts Besseres“, so heißt es im Volke. Lilienöl-Herstellung: Die Blüten werden abgezupft und ohne die Staubgefäße 6 Wochen lang in kalt gepresstem Olivenöl eingelegt. So lässt man es in der Sonne ziehen. Dann wird das Öl abgegossen. Dunkel und kühl gelagert. Abends und morgens damit einreiben. Immer aufwärts, dem Herzen zu. Macht das Gewebe geschmeidig. Beugt der gefürchteten Venenentzündung vor. Lindert Brandwunden. Anstelle des Lilienöls kann auch Liliensalbe verwendet werden. Diese zieht schneller ein.

 

Madonnenlilie (Lilium cadidum) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum