Ein Tee mit Oxalsäure
18. Juni 2026Mit Sauerampfer Schuppenflechte begleiten
Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, so gehören dazu die Erinnerungen an manche Genüsse, die wir uns direkt in der freien Natur schmecken ließen. Das betraf nicht bloß das Zugreifen auf reife Himbeeren im Wald, es gab genauso auf den Wiesen eine schmackhafte Köstlichkeit: den Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosa). Dieses Knöterichgewächs bildet vor allem in seinem oberen Wuchsbereich jene Blätter aus, die wegen ihres säuerlichen Geschmackes einen eigenen Reiz besitzen, um sie im Mund zu zerkauen. Bei Kräuterwanderungen lade ich ohnehin meine Begleiter ein, das eine oder andere im Mund zu kauen und zu kosten, um damit auch den Gaumen und folglich den Geschmackssinn mithilfe der Schule der Natur weiterzubilden. Im Sauerampfer sind auch wertvolle Inhaltssubsubstanzen eingelagert. Darunter sticht vor allem ein gewisser Anteil an Oxalsäure heraus, der sich als hilfreich herausstellen kann, wenn es gilt, Probleme auf unserer Haut von innen her erträglicher zu machen. Viele Menschen in unserer Bevölkerung müssen sich mit dem Entstehen einer so genannten Schuppenflechte auseinandersetzen, die auch als Psoriasis bezeichnet wird. Chronisch entzündete Herde sorgen dafür, dass sich an diesen Stellen die Haut immer wieder schuppenartig löst. Ein quälender Juckreiz geht mit dieser Beeinträchtigung oft einher. Um nun eine pflanzliche Maßnahme zu ergreifen, die in Aussicht stellt, dass sich die Beschwerden zumindest ein wenig verringern, ist es möglich, sich dem Sauerampfer zuzuwenden.
Frische Blätter aufbrühen
Vom Wiesen-Sauerampfer kleine junge Blätter von den Triebenden abpflücken, mit kaltem Wasser abwaschen und dann klein schneiden. Davon 2 Teelöffel voll nehmen und mit 1/4 Liter siedendem Wasser übergießen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, danach abseihen. Das schluckweise Trinken von 1 bis 2 Tassen dieses Tees kann helfen, mit den Beschwerden, die durch Psoriasis zeitweise verstärkt zutage treten, besser zurechtzukommen. All jene, die gleichzeitig unter Eisenmangel leiden, sollten den Sauerampfer jedoch eher meiden.

Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosa) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum