Schädlinge vertreiben ohne Gift

2. Juni 2026

Motten mögen keine Walnussblätter

Eben habe ich nach dem Nachhause-Kommen ein paar Minuten in unserem Konventgarten verbracht. Dabei fiel mein Blick auf den Nussbaum, den ich einst dort pflanzte und der mittlerweile eine stattliche Größe erreicht hat. Heuer gibt er aber ein eher erbärmliches Bild ab, da ihm die Frühjahrsfröste mehrmals zugesetzt haben. Daher wird er – was nur ganz selten vorkommt – diesmal keine Nüsse liefern. Und doch hält er für mich etwas bereit, das u. a. den Kleidermotten gar nicht schmeckt. Das sind eben die Blätter des Walnussbaums (Juglans regia). Die darin verborgenen Inhaltsstoffe wie ätherische Öle, Gallen- und Gerbstoffe sind auch durch den ganz charakteristischen Geruch festzustellen, den man auf die Finger übertragen kann, sobald das Grün des Nussbaums ein wenig zerrieben wird. Was die menschliche Nase als angenehm oder zumindest reizvoll empfindet, wird von den Insekten auf ganz konträre Weise wahrgenommen. Die „Ausdünstung“ der Walnusspflanze begeistert kaum irgendwelche Individuen der krabbelnden und fliegenden Plagegeister. Wer übrigens im Schatten eines großen Nussbaumes sitzt, wird meist weniger als anderswo von blutsaugenden Mücken angegangen, die einem ja auch so manchen Strich durch die Rechnung eines gemütlichen Sommerabends machen können. Die Nussbaumblätter sind nun dazu geeignet, in den Kleiderschränken insofern Mode zu machen, indem sie den Motten dort den Aufenthalt vermiesen. Diese haben es ja, wie wir wissen, besonders auf Woll- und Baumwollstoffe abgesehen, um dort ihre Eier abzulegen.

Nussbaumgrün im Juni trocknen

Einzelne vollständig entfaltete Blätter der Walnuss im Monat Juni bei sonnigem Wetter von den Ästen abschneiden. Daraufhin an einem schattigen Platz mit dem Stiel nach oben aufhängen und möglichst bei Zugluft durchtrocknen. Wenn ihre grüne Farbe erhalten bleibt, ist das ein Zeichen, dass durch den Trocknungsvorgang eine gute Ware entstanden ist. Mit dieser wird dann der Wäscheschrank bestückt, um nach Möglichkeit mit ihrem Geruch Motten außen vor zu halten.

Blätter des Walnussbaums (Juglans regia) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum