Die Blaumeise am Futterhäuschen

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

Rechtzeitig zum Wintereinbruch haben schon viele die Futterhäschen für die Standvögel in unserer Heimat vorbereitet und gefüllt. Ein reges Treiben spielt sich da oft direkt vor den Fenstern unserer Wohnungen ab, und es ist einfach eine Freude, den kleinen gefiederten Freunden bei der Nahrungsaufnahme zuzuschauen. Ganz entzückend sind z. B. die Blaumeisen zu beobachten, die in ihrer Farbe und Gestalt auch im adulten Stadium etwas vom so genannten Kindchenschema behalten. Sie animieren uns daher allein schon durch ihr Aussehen, stets eine gute Gabe für die Wintervögel bereit zu haben. Darin kann unter anderem auch ein Dankeschön zum Ausdruck kommen, das den kleinen Meisen zusammen mit ihren verwandten Arten gebührt. Den ganzen Sommer über fällt es nämlich kaum auf, welch wertvolle Arbeit von den geflügelten Kobolden verrichtet wird. Sie sollten einmal aufmerksam zusehen, wenn die Baumkronen der verschiedensten Bäume von den Blaumeisen regelrecht durchkämmt werden, um diese von Raupen, Wanzen und vor allem unzähligen Blattläusen zu befreien. Was viele von uns wahrscheinlich nur schwer nachvollziehen können, ist die Tatsache, dass selbst Spinnen in den Augen der Meisen eine Delikatesse darstellen. Wenn in den gegenwärtigen Zeiten die Vernunft immer mehr Platz greift, indem auf Pestizide in unseren Gärten und auf unseren Feldern größtenteils verzichtet wird, so bedeutet das gleichzeitig einen reicher gedeckten Tisch für unsere Vogelwelt, die ohnehin besser als jedes chemische Mittel arbeitet. Liebe Blaumeise, hilf uns also, besser mit der Schöpfung in Verbindung zu treten!

Winterfutter vor dem Fenster:

Sonnenblumenkerne sind die Nummer 1 unter allen angebotenen Sorten. Für Weichfresser wie z. B. Amsel, Rotkehlchen, Zaunkönig und Star sind vor allem Haferflocken, Rosinen, Mohn und Kleie als Futter geeignet. Grundsätzlich gilt ein Ablaufdatum auch für diese Produkte. Man soll also den Vögeln niemals gesalzene oder verdorbene Nahrung anbieten. Unsere gefiederten Freunde sind keine Müllschlucker.

Blaumeisen

Mehr Infos zum Verein Freunde der Heilkräuter, Rezepten und Produkten finden Sie auf www.kraeuterpfarrer.at.

Tradition und Wissen der Zeit

Das Beispiel des Albertus Magnus

Heute möchte ich mich einmal ein Stück weit outen. Musik ist mir schon sehr früh durch eine kompetente und professionelle Erziehung ans Herz gewachsen. Sei es das Erlernen des Spielens einer Altblockflöte in der Volksschulzeit oder das fast tägliche Chorproben im Internat: vieles hat dazu beigetragen, dass das Medium Musik mir zu einer Sprache wurde, die ich meiner Meinung nach weitreichend verstehen darf. In jeder Zeit gab und gibt es Kompositionen, die mich fesseln können und das zum Ausdruck bringen, was dem gesprochenen Wort nur in einer sehr verkürzten Weise gelingt. Ich bin auch ein Fan von Prof. Dr. Bernhard Trebuch. Meist habe ich das Vergnügen, in die Sendung „Alte Musik – neu interpretiert“, die via Ö1 die Hörer erreicht, während meiner Fahrten zu seelsorglichen Terminen am Abend, einzusteigen und akustisch mir einzuverleiben. Durch den Titel dieser äußerst interessanten Sendereihe angeregt, blicke ich auf einen großen Geist des 13. Jahrhunderts, nämlich den heiligen Dominikanerbischof und Naturwissenschaftler Albertus Magnus. Im Tagesgebet zu seinem Gedenktag am 15. November heißt es: „Gott, du Quelle aller Weisheit, du hast dem heiligen Bischof Albert die Gabe geschenkt, das Wissen seiner Zeit und den Glauben in Einklang zu bringen.“ Die Zeit bleibt nicht stehen. Vieles hat sich seit den Tagen Alberts des Großen verändert. Doch den weiten Blick auf die großen Zusammenhänge unserer Schöpfung im Hintergrund des Glaubens hat die Welt vielleicht heute dringender notwendig denn je.

Alte Zitate – neu aufgelegt:

Wer die Schöpfung in den oben angesprochenen Dimensionen zu sehen vermag, der bekommt auch gleichzeitig den hohen Wert menschlicher Existenz gleichsam mitgeliefert. Albertus Magnus formulierte das einst so: „Der Mensch steht in der Mitte der Schöpfung, zwischen Stoff und Geist; zwischen Zeit und Ewigkeit.“ Heilsam für die Seele ist vielleicht ein anderes Statement des Heiligen: „Wer sich mit göttlichen Dingen beschäftigt, wird nach ihrem Bild umgestaltet.“

Albertus Magnus, Tafelgemälde des Joos (Justus) van Gent, Urbino

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