Ballast abwerfen

Der Kümmel hilft ableiten

Kräfte sammeln, zunehmen, Energie tanken, an Größe gewinnen und ähnliches ist nur die eine Seite des Lebens. Je älter man wird, desto mehr Ballast kann sich anhäufen, den man mühevoll mitschleppt, ohne die Kraft zu haben, sich von manch Schwerem zu trennen. Auch hierbei kann es sich um physische und psychische Last in gleicher Weise handeln. Auf der Suche nach einer dem Menschen in seiner jeweiligen Verfasstheit gerecht werdenden Hilfe sollten wir am Kümmel (Carum carvi) nicht geringschätzig vorbeigehen. Er unterstützt uns sehr gut dabei, wenn uns danach ist, auszuspannen oder gar bohrenden Ärger abzubauen. Wir dürfen ruhig unsere geistige „Ladefläche“ immer wieder von neuem nach oben richten, damit alles davon abrutscht und wir freier den Weg in die Zukunft unseres Lebens schaffen. Die Kümmelpflanze zählt zu den Doldengewächsen. Seit Menschengedenken ist die Verwendung der Kümmelsamen als Gewürz in unserem Kulturkreis nachgewiesen. Somit ist gleichzeitig die äußerst gute Erfahrungsgeschichte mit den ganz eigen schmeckenden Körnern belegt. Auch heute ist es noch immer leicht, den Kümmel mit den verschiedensten Speisen zu kombinieren. Womit z. B. das eine oder andere Brötchen auch bestrichen ist: ein wenig Kümmel hat darauf bestimmt Platz, damit er mithelfen kann, das Gemüt zu heben.

Heiserkeit und Brustschmerzen lindern:

3 Teelöffel mit Kümmelkörnern werden in einem Mörser leicht angestoßen und hernach in 1/4 Liter Milch gegeben. Auf den Herd stellen, kurz aufkochen und 15 Minuten ziehen lassen. Danach abseihen und am Abend vor dem Schlafengehen trinken.

Kuemmel

Mehr Infos zum Verein Freunde der Heilkräuter, Rezepten und Produkten finden Sie auf www.kraeuterpfarrer.at.

Frühlingsblumen mitten im Herbst

Pflanzen an ihrem Aussehen wiedererkennen

Geht es Ihnen, werte Leserin und werter Leser dieser Zeilen, nicht auch manchmal so, dass Sie meinen, ein Gesicht in Ihrem Leben schon einmal gesehen zu haben? Beim Nachfragen stellt sich dann meistens ohnehin heraus, ob Ihre Vermutung einen realen Grund in einer früheren Begegnung hat oder ob Sie sich einfach getäuscht haben. Beim Betrachten der Pflanzen verhält es sich sehr ähnlich. So brauchen wir, um das eine oder andere Gewächs bestimmen und bezeichnen zu können, die Bilder, die uns zu einer endgültigen Gewissheit verhelfen. Heute wäre ein Mann genau 70 Jahre alt geworden, der mit seinen liebevollen und detailidenten Zeichnungen und Gemälden von Heilpflanzen mithalf, dass unzählige Menschen auf der Suche nach Kräutern auch fündig wurden. Seine Pflanzendarstellungen gehörten einfach wie selbstverständlich zum schriftstellerischen Wirken von Hermann-Josef Weidinger dazu. Leider verstarb Adolf Blaim im selben Jahr, als auch Hermann-Josef Weidinger 2004 das Zeitliche segnete. Die Bilder von Maler Blaim sind aber ein bleibendes Erbe und dürfen so viele, die unsere Kolumne in dieser Zeitung schätzen, auch in Hinkunft begleiten. Lieber Herr Adolf Blaim, ein Dankeschön in die Ewigkeit hinein! Oft sind es eben die Künstler, die uns mit ihren Werken unterstützen, die wunderbaren Spuren des Schöpfers auf Erden zu erkennen.

Die Details nicht übersehen:

Die Pflege unserer ganzheitlichen Gesundheit braucht Zeit. Diese hierfür verwendeten Minuten und Stunden sind sehr wertvoll. Es steht einem jeden Menschen schlicht und einfach zu, auf die gute Verfasstheit sowohl seiner Physis als auch seiner Psyche zu achten. Wer also Pflanzen kennenlernen möchte, nehme sich Zeit, um ihre farblichen und gestaltlichen Feinheiten zu sehen und sich einzuprägen. Dabei fällt automatisch auch eine Phase der Ruhe für den Betroffenen ab, die uns erneut Kraft geben kann.

Frühlingsstrauß von Adolf Blaim