Variationen des Alltäglichen

Am besten mit dem Apfel beginnen

Ich weiß ja nicht, wie Ihr Christbaum zu Hause geschmückt ist. Es gibt viele gestalterische Möglichkeiten für die Weihnachtstanne, -fichte oder -föhre. Zur Zeit meiner Kindheit durften natürlich eingepackte Zuckerl und Lebkuchen nicht fehlen. Ganz gern holte ich mir die Ringe aus Windbäckerei von den Zweigen, die mit einem Zwirn am Christbaum hingen. In ganz frühen Zeiten hat man Äpfel und Nüsse als Dekorationsmaterial verwendet. Dieser Brauch wird anscheinend wieder verstärkt belebt. Egal, was Sie jetzt von den Resten des Christtages naschen, der Apfel ist auf jeden Fall eine gesunde Alternative zu all den mit Zucker überdosierten Süßigkeiten der vergangenen Festtage. Nicht nur, dass durch den Genuss eines Apfels der Verdauungstrakt mit Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen versorgt wird, sondern jeder beherzte Biss in die rotbackige Frucht bringt sogleich ein wenig Flüssigkeit mit sich, die der Körper gerade in den beheizten Innenräumen während der Winterzeit nötig braucht. Ein Apfel kann sehr vielseitig angerichtet werden. Es darf Ihnen ruhig das Wasser im Mund zusammenlaufen, wenn Sie nun die verschiedensten Mehlspeisen oder einen gedünsteten Apfel vor Augen haben. Sollten Sie das rohe Obst verzehren, dann denken Sie daran, dass die Überreste ein begehrtes Futter für Amseln und Drosseln sein können, die bei Eis und Schnee unter den mit Sonnenblumenkernen gefüllten Futterhäuschen nach Fressbarem auf der Suche sind.

Tee aus Apfelspalten:

Frische Äpfel werden sorgfältig unter fließendem Wasser gereinigt und danach samt der Schale zu feinen Scheiben geschnitten. Diese kann man trocknen oder gleich frisch verwenden, indem sie zerkleinert werden. Ein voller Esslöffel davon wird mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen. 15 Minuten ziehen lassen und hernach trinken ohne abzuseihen. Bei nervösem Magen am Abend täglich eine Tasse auslöffeln.

Äpfel am Zweig und aufgeschnittener Apfel

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Die Adventwurzel

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

Mit unserem Esel Balduin sind wir jetzt schon die längste Strecke des Wegs durch den Advent gegangen. Aber wo soll ich ihn anbinden, um alle Hände frei zu haben, da ich die Krippe in der Pfarrkirche aufstellen möchte? Am besten stell ich ihn zum Symbol in unserem Gotteshaus, das nicht nur an Gewicht, sondern auch an Bedeutung schwer ist. Vor Jahren entdeckte ich einen wunderschönen Wurzelstock, der von einer mächtigen Fichte stammte, die gefällt werden musste. Diesen pflanzlichen Greifarm hab ich geborgen und jährlich stellt ihn mein Mesner auf den Platz, an dem dann zu Weihnachten die geschnitzte Krippe die Menschwerdung Gottes verkündet. Jetzt, bevor die Wurzel für heuer ihren Dienst getan hat und ich alle vier Kerzen auslösche, verweile ich noch ein wenig. Wie alt mag wohl die Fichte gewesen sein, von der mein Adventholz stammt? Wie groß war etwa die Menge an Sauerstoff, die sie ihren Mitgeschöpfen geschenkt hat? Wie viel Stürmen und Gewittern wird sie getrotzt haben? Über ihren Tod hinaus hat vielleicht der Stamm über der Wurzel eine tragende Funktion in einem Haus oder gar als Möbelstück. Ohne Wurzel hätte der Baum nie seinen Dienst auf Erden tun können. So danke ich schlicht dem alten Baum, der mir das Warten erleichtert hat. Jetzt aber, nach Jahrzehnten, sage ich mit meinem Wurzelstock: Nun komme Christus, mein und unser Heiland!

Das Inwendige herrichten:

Weihnachten steht vor der Tür. Noch einmal wird’s hektisch, da für morgen alles bereit sein soll. Aber hoffentlich ist nicht nur das gute Essen vorbereitet worden. Wie sieht es aus in meinem Herzen, meiner Seele? Hab ich nicht nur bezahlte Psychohygiene betrieben, sondern schau ich einfach drauf, dass es gar nicht so weit kommen muss? Bin ich im Glauben, im Charakter und im Leben ein – bildlich gesprochen – verwurzelter Mensch? Am besten ist’s vielleicht, ich stell an mich und erst recht an die anderen keine oft sehr subjektiv geprägten Erwartungen. Viel lieber vertraue ich auf Gott mit dem Gespür des Herzens, das einer Wurzel gleicht.

Adventwurzel

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