Der Esel Balduin

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

Es gab Heilige, die mit den Tieren sprachen und der Schöpfung eine Predigt hielten. Die prominentesten Vertreter sind hierin wohl der heilige Franziskus und der heilige Antonius von Padua. Angeregt durch diese Vorbilder des christlich umgesetzten Glaubens möchte ich ab heute versuchen, Details der Sprache in der belebten Natur zu nutzen, um mit meinen Lesern auf Weihnachten zuzugehen. Es ist vielleicht ein wenig verwegen, in dieser Weise die Türen des Glaubens (vgl. das Apostolische Schreiben Papst Benedikts XVI. zum Jahr des Glaubens „Porta fidei“) gleich einem Adventkalender zu öffnen. Dennoch möchte ich das probieren. Mein erster Helfer ist der Esel Balduin. Heute darf er im Naturpark Geras als „Regent“ des Streichelzoos alle Besucher begrüßen. Dereinst aber wurde er liebevoll von der gräflichen Familie Gudenus in Waidhofen an der Thaya betreut. Bis heute hat er nichts an Stimmgewalt verloren, wenn er sein frohes oder manchmal auch protestierendes „Iih-Aah“ erschallen lässt. Ein Esel ist ein weises und intelligentes Lasttier, das genau weiß, wann es genug ist. So will ich meinem langohrigen Freund bildhaft jeden Tag eine Erkenntnis mehr aufladen, bis wir an der erleuchteten Krippe des Weihnachtsfestes ankommen.

Knoblauch für Haustiere:

Wenn man dem Huftier einmal in der Woche ein wenig rohen Knoblauch verabreicht, reinigt das seinen Darm. Doch zurück zum geistigen Inhalt des Langohrs: Das sogenannte „Störrisch-Sein“ hat beim Esel eine guten Grund. Er spürt instinktiv, wann es ihm wortwörtlich reicht. Leider brauchen wir als wache Menschen das aufmerksame Hirn, um unseren Körper und unsere Seele vor Überforderung zu schützen. Genau in diesem Sinne aber dürfen wir ruhig öfters ein Esel sein! Ihnen allen einen gesegneten ersten Adventsonntag!

Esel Balduin im Naturpark Geras

Mehr Infos zum Verein Freunde der Heilkräuter, Rezepten und Produkten finden Sie auf www.kraeuterpfarrer.at.

Wurzeln ausgraben

Das Jahr des Glaubens feiern

Der Herbst ist da. Das ist die große Zeit der Wurzeln. Egal, von welchem Heilkraut diese nun gesammelt werden: die Wurzeln sind voller Kraft und Inhalt, da die Gewächsteile der Pflanzen nun zum Teil abgeworfen werden, um die kalte Jahreszeit zu überstehen. Wenn wir also diesen Vorgang betrachten und für unsere private Heilkunde nutzen, dürfen wir gleichzeitig das Bild dankbar annehmen, das uns hierbei mitgeliefert wird. Ich meine ganz konkret das Bedacht-Sein auf die geistige und geistliche Substanz, auf der unser Leben steht. Es ist doch so, dass wir alle uns oft den wechselnden Verhältnissen unserer Gegenwart aussetzen, ohne zu beachten, dass wir verborgene Grundlagen haben, aus denen wir Kraft schöpfen können. Das kann z. B. die Familie oder das Land unserer Herkunft sein. Viel stärker aber ist noch der Glaube, mit dem und aus dem die Generationen vor uns ihr Leben gestaltet haben. Für die katholische Kirche unseres Erdkreises hat Papst Benedikt XVI. mit dem gestrigen Tag das Jahr des Glaubens eröffnet. Wir sollen dadurch den Glauben nicht nur feiern, sondern ganz bewusst die Wurzeln unseres Glaubens ausgraben, damit dieser unser Leben bereichern möge, genauso, wie sich Kren, Karotten oder Nelkenwurz heilend auf unseren Organismus auswirken können.

Gott erschafft in Weisheit und Liebe

Es ist 20 Jahre her, dass der selige Papst Johannes Paul II. den Katechismus der katholischen Kirche den Gläubigen übergeben hat. Darin lesen wir über die Schöpfung: „Wir glauben, dass Gott die Welt nach seiner Weisheit erschaffen hat. Sie ist nicht das Ergebnis irgendeiner Notwendigkeit, eines blinden Schicksals oder des Zufalls. Wir glauben, dass sie aus dem freien Willen Gottes hervorgeht, der die Geschöpfe an seinem Sein, seiner Weisheit und Güte teilhaben lassen wollte.“ Vielleicht ist es durchaus heilsam, sich über diese Feststellung einmal Gedanken zu machen.

Krenwurzel