Tradition und Wissen der Zeit

Das Beispiel des Albertus Magnus

Heute möchte ich mich einmal ein Stück weit outen. Musik ist mir schon sehr früh durch eine kompetente und professionelle Erziehung ans Herz gewachsen. Sei es das Erlernen des Spielens einer Altblockflöte in der Volksschulzeit oder das fast tägliche Chorproben im Internat: vieles hat dazu beigetragen, dass das Medium Musik mir zu einer Sprache wurde, die ich meiner Meinung nach weitreichend verstehen darf. In jeder Zeit gab und gibt es Kompositionen, die mich fesseln können und das zum Ausdruck bringen, was dem gesprochenen Wort nur in einer sehr verkürzten Weise gelingt. Ich bin auch ein Fan von Prof. Dr. Bernhard Trebuch. Meist habe ich das Vergnügen, in die Sendung „Alte Musik – neu interpretiert“, die via Ö1 die Hörer erreicht, während meiner Fahrten zu seelsorglichen Terminen am Abend, einzusteigen und akustisch mir einzuverleiben. Durch den Titel dieser äußerst interessanten Sendereihe angeregt, blicke ich auf einen großen Geist des 13. Jahrhunderts, nämlich den heiligen Dominikanerbischof und Naturwissenschaftler Albertus Magnus. Im Tagesgebet zu seinem Gedenktag am 15. November heißt es: „Gott, du Quelle aller Weisheit, du hast dem heiligen Bischof Albert die Gabe geschenkt, das Wissen seiner Zeit und den Glauben in Einklang zu bringen.“ Die Zeit bleibt nicht stehen. Vieles hat sich seit den Tagen Alberts des Großen verändert. Doch den weiten Blick auf die großen Zusammenhänge unserer Schöpfung im Hintergrund des Glaubens hat die Welt vielleicht heute dringender notwendig denn je.

Alte Zitate – neu aufgelegt:

Wer die Schöpfung in den oben angesprochenen Dimensionen zu sehen vermag, der bekommt auch gleichzeitig den hohen Wert menschlicher Existenz gleichsam mitgeliefert. Albertus Magnus formulierte das einst so: „Der Mensch steht in der Mitte der Schöpfung, zwischen Stoff und Geist; zwischen Zeit und Ewigkeit.“ Heilsam für die Seele ist vielleicht ein anderes Statement des Heiligen: „Wer sich mit göttlichen Dingen beschäftigt, wird nach ihrem Bild umgestaltet.“

Albertus Magnus, Tafelgemälde des Joos (Justus) van Gent, Urbino

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Trägheit ist schwer wie Blei

Geistig und körperlich beweglich bleiben

Gründe gibt es genug, um sich fallen zu lassen und nicht vom Fleck zu rühren. „Jetzt, wo es draußen ja eh grauslich ist, hab ich keine besondere Motivation, das, was Fleisch und Knochen an mir ist, vor die Haustür zu schleppen und vielleicht gar einen Spaziergang in der frischen Luft zu machen. Mein Übergewicht könnte dabei zu sehr meine Hüften und meine Knie belasten und außerdem würd’ ich mich ja verkühlen! Nein, ich bleib hocken. Und dass ich so bin, wie ich bin, daran sind ja sowieso die anderen schuld! Wenn der und der das und das nicht machen würden, wär ich ja eh ganz anders!“ Diese Litanei könnte man beliebig lange fortsetzen, wofür aber der Platz meiner Kolumne bei weitem nicht ausreicht. So möchte ich heute dazu ermutigen, beim Essen zu beginnen, das winterlich-depressive Schwergewicht an Leib und Seele zu verringern. Beim Erstellen des Essensplanes sollte daher darauf Rücksicht genommen werden, dass man mindestens einmal in der Woche Kraut, Linsen, Kohl oder Bohnen auf dem Tisch stehen hat. Wenn sich Magen und Darm mit diesem Gemüse auseinandersetzen müssen, wird die Peristaltik angeregt. Das wirkt sich dann auch indirekt auf unser Gemüt aus. Egal, ob man in der Stadt oder am Land wohnt, soll man sich in der kalten Jahreszeit außer Haus begeben, um die Oper, ein Theater oder eine kulturelle Veranstaltung in der Umgebung zu besuchen. Lassen wir uns nicht allzu leicht vom Fernseher oder vom Computer stundenlang fesseln. Bleiben wir geistig und körperlich rege!

Abfallprodukt Bohnenschalen:

Wenn man getrocknete Bohnenschalen zur Hand hat, kann man daraus einen Tee kochen, der leicht blutzuckersenkend und harntreibend wirkt. Und so wird’s gemacht: von den zerkleinerten Schalen nimmt man 1 Teelöffel und stellt diese mit 1/8 Liter Wasser zu. Kurz aufkochen und dann abseihen. Davon kann man 2-mal täglich 1/8 Liter trinken, aber nicht länger als 3 Wochen lang. Bei empfindlichem Magen sollte man eher darauf verzichten.

Bohnenschalen