Wärme von innen heraus

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

Der Adventkalender des Kräuterpfarrers begann damit, dass am 1. Adventsonntag der Esel Balduin vorgestellt wurde, der uns als kluges Lasttier hilft, auf Weihnachten zuzugehen. Auf seinem Rücken sitzen gleichsam schon einige Pflanzen und Tiere, die uns darin unterstützen, das Leben in den Sinn- und Gesundheitsfragen zu meistern. Heute laden wir unserem Balduin ein Gewürz auf, das nicht sehr schwer von Gewicht ist. Umso würziger und angenehm scharf ist sein Geschmack. Die Rede ist vom Ingwer (Zingiber officinale), der vielen von uns bekannt ist. Nach dieser Pflanze ist eine ganze Pflanzenfamilie (Zingiberaceae) benannt. Für die Heilkunde und für die Küche ist vor allem der unterirdische Spross des Gewächses von großem Interesse. Der Ingwer wird schon seit Jahrhunderten aus Gebieten mit tropischem Klima rund um den Erdball in unsere Heimat importiert, so dass es sich gar nicht mehr präzise sagen lässt, wo dieses Gewürz ursprünglich wild vorkam. Der Ingwer-Wurzelstock beinhaltet verschiedene Stoffe, wie z. B. ätherische Öle und verschiedene Scharfstoffanteile. Vor allem die fernöstliche Medizin kennt daher seine Verwendung bei verschiedensten Krankheiten der Atemwege und des Bewegungsapparates. Dass so manche Weisheit aus dem Osten nicht zu unterschätzen ist, werden uns nach Weihnachten die Weisen aus dem Morgenland unter Beweis stellen.

Verdauungsprobleme und Blähungen:

Ingwerwurzel lässt sich trocknen und pulverisieren. Von der damit gewonnenen Substanz nimmt man 3-mal täglich 1 Messerspitze voll, vermischt sie mit 1 Teelöffel Honig und trinkt am besten 1 Glas Schwarzen Ribiselsaft hinterdrein. Das behebt so manches Problem im Magen- und Darmbereich.

Ingwer

Mehr Infos zum Verein Freunde der Heilkräuter, Rezepten und Produkten finden Sie auf www.kraeuterpfarrer.at.

Der Esel Balduin

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

Es gab Heilige, die mit den Tieren sprachen und der Schöpfung eine Predigt hielten. Die prominentesten Vertreter sind hierin wohl der heilige Franziskus und der heilige Antonius von Padua. Angeregt durch diese Vorbilder des christlich umgesetzten Glaubens möchte ich ab heute versuchen, Details der Sprache in der belebten Natur zu nutzen, um mit meinen Lesern auf Weihnachten zuzugehen. Es ist vielleicht ein wenig verwegen, in dieser Weise die Türen des Glaubens (vgl. das Apostolische Schreiben Papst Benedikts XVI. zum Jahr des Glaubens „Porta fidei“) gleich einem Adventkalender zu öffnen. Dennoch möchte ich das probieren. Mein erster Helfer ist der Esel Balduin. Heute darf er im Naturpark Geras als „Regent“ des Streichelzoos alle Besucher begrüßen. Dereinst aber wurde er liebevoll von der gräflichen Familie Gudenus in Waidhofen an der Thaya betreut. Bis heute hat er nichts an Stimmgewalt verloren, wenn er sein frohes oder manchmal auch protestierendes „Iih-Aah“ erschallen lässt. Ein Esel ist ein weises und intelligentes Lasttier, das genau weiß, wann es genug ist. So will ich meinem langohrigen Freund bildhaft jeden Tag eine Erkenntnis mehr aufladen, bis wir an der erleuchteten Krippe des Weihnachtsfestes ankommen.

Knoblauch für Haustiere:

Wenn man dem Huftier einmal in der Woche ein wenig rohen Knoblauch verabreicht, reinigt das seinen Darm. Doch zurück zum geistigen Inhalt des Langohrs: Das sogenannte „Störrisch-Sein“ hat beim Esel eine guten Grund. Er spürt instinktiv, wann es ihm wortwörtlich reicht. Leider brauchen wir als wache Menschen das aufmerksame Hirn, um unseren Körper und unsere Seele vor Überforderung zu schützen. Genau in diesem Sinne aber dürfen wir ruhig öfters ein Esel sein! Ihnen allen einen gesegneten ersten Adventsonntag!

Esel Balduin im Naturpark Geras

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