Beruhigendes Kräuteröl

Jetzt blüht der Baldrian

Feuchtes Wetter und die zuletzt gottlob höheren Außentemperaturen haben dieses Jahr den meisten Pflanzen eine große Schubkraft verliehen, die man nicht nur am mannshohen Gras in den Wiesen ablesen kann. Der Baldrian (Valeriana officinalis) gehört zu den Gewächsen, die mit einem feuchten Standort durchaus gut zurechtkommen. Daran ändert auch ein kurzfristig überflutetes Ufer nichts. Bei einer Wanderung zusammen mit den jugendlichen Firmlingen aus den Pfarren rund um das Stift Geras entdeckte ich im Randbereich des Thumeritzbaches einige kräftig gewachsene Exemplare des Baldrians. Daheim angekommen, ging ich schnurstracks in unseren Kräutergarten und überzeugte mich davon, dass auch dort schon dieses bekannte Heilkraut seine Blüten geöffnet hatte. Hinlänglich bekannt ist ja die beruhigende Wirkung des Baldrians auf uns menschliche Wesen. Ein Weg, um diese Kraft zu nutzen, wäre die Herstellung eines Ölauszuges. Beim Baldrian verwendet man dazu vor allem die getrocknete und pulverisierte Wurzel. Man nimmt eine Menge von ca. 125 g und mischt sie am besten in einem weithalsigen Glasgefäß mit 1/2 Liter kaltgepresstem Olivenöl, das man gut verschlossen 14 Tage lang ins Fenster stellt. Nach dieser Zeit seiht man das Öl ab und fügt auch noch den ausgepressten Ölrückstand hinzu, bevor man das fertige Kräuteröl in dunkelfarbige Fläschchen abfüllt und an einem dunklen Ort kühl lagert. Es ist also durchaus klug, sich von der Natur selbst im Zuge eines Spazierganges oder einer Wanderung auf ein aktuelles Angebot bzw. später durchzuführende Herstellung einer Wohltat für Leib und Seele erinnern zu lassen.

Äußerliche Anwendung:

Das fertige Baldrianöl kann man heranziehen, wenn man unter Einschlafschwierigkeiten leidet. Mit der fettigen Substanz werden dann Rücken, Hals und Stirn eingerieben. Dieses Öl kann aber auch bei Gelenks-, Kreuz- und Rheumaschmerzen an den betroffenen Stellen einmassiert werden.


ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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