Wurzeln ausgraben

Das Jahr des Glaubens feiern

Der Herbst ist da. Das ist die große Zeit der Wurzeln. Egal, von welchem Heilkraut diese nun gesammelt werden: die Wurzeln sind voller Kraft und Inhalt, da die Gewächsteile der Pflanzen nun zum Teil abgeworfen werden, um die kalte Jahreszeit zu überstehen. Wenn wir also diesen Vorgang betrachten und für unsere private Heilkunde nutzen, dürfen wir gleichzeitig das Bild dankbar annehmen, das uns hierbei mitgeliefert wird. Ich meine ganz konkret das Bedacht-Sein auf die geistige und geistliche Substanz, auf der unser Leben steht. Es ist doch so, dass wir alle uns oft den wechselnden Verhältnissen unserer Gegenwart aussetzen, ohne zu beachten, dass wir verborgene Grundlagen haben, aus denen wir Kraft schöpfen können. Das kann z. B. die Familie oder das Land unserer Herkunft sein. Viel stärker aber ist noch der Glaube, mit dem und aus dem die Generationen vor uns ihr Leben gestaltet haben. Für die katholische Kirche unseres Erdkreises hat Papst Benedikt XVI. mit dem gestrigen Tag das Jahr des Glaubens eröffnet. Wir sollen dadurch den Glauben nicht nur feiern, sondern ganz bewusst die Wurzeln unseres Glaubens ausgraben, damit dieser unser Leben bereichern möge, genauso, wie sich Kren, Karotten oder Nelkenwurz heilend auf unseren Organismus auswirken können.

Gott erschafft in Weisheit und Liebe

Es ist 20 Jahre her, dass der selige Papst Johannes Paul II. den Katechismus der katholischen Kirche den Gläubigen übergeben hat. Darin lesen wir über die Schöpfung: „Wir glauben, dass Gott die Welt nach seiner Weisheit erschaffen hat. Sie ist nicht das Ergebnis irgendeiner Notwendigkeit, eines blinden Schicksals oder des Zufalls. Wir glauben, dass sie aus dem freien Willen Gottes hervorgeht, der die Geschöpfe an seinem Sein, seiner Weisheit und Güte teilhaben lassen wollte.“ Vielleicht ist es durchaus heilsam, sich über diese Feststellung einmal Gedanken zu machen.

Krenwurzel

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