Unbeliebt und trotzdem heilsam

Die Brombeere verschafft sich von selbst den Respekt

In den lichten Wäldern meiner Waldviertler Heimat sind die Brombeeren keine Seltenheit. So manch gute Hose und feste Jacke musste schon daran glauben, wenn ich der stacheligen Triebe der Brombeeren nicht achtend quer durchs Gehölz meinen Weg einschlug. Da sind mir die fruchttragenden Rosengewächse schon lieber, wenn sie am Feldrain – so es ihn noch gibt – wachsen und in der Sonne im Herbst die tiefblauen Beeren feilbieten. Die Brombeere (Rubus fruticosus) ist eigentlich eine Kletterpflanze, die kalkarme und nicht zu trockene Böden als Standort bevorzugt. In der Naturheilkunde aller Zeiten hat diese kratzige Heildroge eine gewisse Bedeutung. Dabei fällt das Augenmerk aber nicht so sehr auf die köstlichen und vitaminreichen Beeren als vielmehr auf die Blätter des Gewächses. So kennt schon der antike Mediziner Dioskurides einen Tee aus Brombeertrieben, der hilft, Durchfall und zu starke Monatsblutung zu mindern. Die Blätter der Brombeeren enthalten Flavonoide, Gerbstoffe und sogar ein wenig Vitamin C. Die Beeren selbst eignen sich bestens zum rohen Verzehr, zum Herstellen einer köstlichen Marmelade sowie zum Entsaften und entschädigen so das mühsame Pflücken der Früchte.

Brombeerblätter-Bad:

Man benötigt dazu getrocknete junge und zarte Blätter der Brombeere, die bereits im Frühjahr oder im Sommer gesammelt und vorsichtig getrocknet wurden. Ein Menge von 150 g, die man gut zerkleinert hat, gibt man in 3 Liter kochendes Wasser und lässt es kurz aufwallen. Danach zugedeckt 1/2 Stunde ziehen lassen und letztlich durch ein Sieb ins Badewasser gießen. Die Badedauer soll 15 Minuten betragen. Diese Anwendung wirkt auf die Haut zusammenziehend und ebenfalls keim- und pilztötend.

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