Narbenpflege mit pflanzlicher Kraft

6. September 2026

Den Andorn aufbereiten

Wir Menschen sind von unserem Wesen her verletzlich. Schon von frühester Kindheit an sammeln wir schmerzvolle Erfahrungen, die im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut gehen. Und geöffnete Wunden heilen meist rasch wieder zu. Was bleibt, sind Narben, denen wir uns – egal ob alt oder jung – auch speziell zuwenden können. Genau dafür darf unsere Aufmerksamkeit beim Weißen Andorn (Marrubium vulgare) landen. Dieses heilsame Kraut kann auf eine lange Tradition der Wertschätzung zurückblicken. Die Naturheilkunde scheint ihn wieder neu entdeckt zu haben. Der Andorn zählt zu den Lippenblütlern und kam ursprünglich vor allem in den Landstrichen rund um das Mittelmeer vor. Von dort aus, wo er nördlich der Alpen als Heilpflanze in den Gärten gepflegt wurde, hat er sich dann selbständig in die Umgebung ausgebreitet. Der Weiße Andorn enthält den Bitterstoff Marrubiin, darüber hinaus Harze, Schleimstoffe und Gerbstoff. Diese sehr bitter schmeckende Heilpflanze ist dienlich, um aufbereitet z. B. den Magen- und Darmtrakt zu stärken und die Leber sowie die Gallenblase zu unterstützen. Der Andorn bringt zudem auf der Haut eine gute Wirkung zur Entfaltung, die vielleicht dem einen oder der anderen weiterhelfen kann. Und damit meine ich – wie eingangs bereits erwähnt – die Pflege von bereits geschlossenen Wunden bzw. Narben. Das Vorgehen dabei bedarf keines großen Aufwands.

Andorn (Marrubium vulgare) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum