Ausgeglichenheit ermöglichen
23. August 2026Das Ackerstiefmütterchen steht uns zur Seite
Wir ordnen die grünen Gewächse gerne in bestimmte Kategorien ein, die z. B. den praktischen Nutzen eines Gewächses (für Nahrung oder Kosmetik) dabei als Maßstab anlegt. Gleichzeitig kennen wir andere Größenordnungen, die uns dazu verleiten, florale Individuen gar als Unkraut zu bezeichnen. Heute möchte ich eine Pflanze beschreiben, die all diesen Komponenten vordergründig nicht gerecht wird. Es ist das Ackerstiefmütterchen (Viola arvensis), das zu den Veilchengewächsen zählt. Feldraine und Böschungen weiß es mit seinen weiß-gelben und teils violetten Blüten zu zieren. Und es fügt sich in seine Umgebung gut ein, da das zarte Pflänzchen weder viel Platz noch eine Menge an Nährstoffen benötigt. Die Inhaltsstoffe, die sich in seinen Wuchsteilen befinden, sind vor allem Flavonoide, Schleimstoffe und Glykoside. Unsere seelische Verfassung wiederum benötigt in regelmäßigen Abständen eine förderliche Stärkung, denn der Alltag neigt nicht selten dazu, unser Inneres aufzuwühlen und mit manchen Sorgen zu füllen. Zudem sind es oft körperliche Beschwerden, die uns belasten. Das hat dann manchmal das Auftreten von Angstgefühlen zur Folge. Wenn nun schon das Ackerstiefmütterchen in freier Natur mit den wettermäßigen Herausforderungen sein Leben meistert, so dürfen wir das ruhig auch auf uns und unser Gemüt übertragen, indem wir dieses Heilkraut aufbereiten.
Aufguss zur Seelenstärkung
2 Teelöffel von getrockneten und zerkleinerten Trieben des Ackerstiefmütterchens mit 1/4 Liter kochendem Wasser überbrühen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Zum Schluss abseihen und den Kräutertee auf Trinktemperatur auskühlen lassen. Wer möchte kann noch ein wenig Honig dazugeben. Morgens und abends 1 Tasse davon schluckweise genießen, am besten 2 bis 3 Wochen lang. Diese Maßnahme kommt einem sorgenvollen Gemütszustand zu Hilfe, und trägt dazu bei, sich besser eine nötige Gelassenheit anzueignen, die der Seele guttut.

Acker-Stiefmütterchen (Viola tricolor) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum