Melisse trägt zur Entspannung bei
13. Juli 2026Bei allen nervösen Leiden angesagt
Die Melisse (Melissa officinalis) steht beim Volk hoch im Ansehen. Die Ursache beruht auf ihrer beruhigenden, krampfstillenden und entblähenden Wirkung. Sie ist demnach bei allen nervösen Leiden angezeigt. Die Pflanze unterstützt bei nervösen Magenbeschwerden, nervösen Kopfschmerzen verursacht durch Überanstrengung oder Gehetztwerden, bei nervösem Herzklopfen, bei nervösen Schlafstörungen, bei krampfartigen Beschwerden im Unterleib, wie sie vor der Regel häufig auftreten und bei Schwangerschaftserbrechen. Bei Erregungszuständen nach Auseinandersetzungen und Streit führt die Melisse bald wieder zum Herzensfrieden zurück. Hildegard von Bingen sprach: „Man lacht gern, wenn man sie isst, da sie das Herz freudig stimmt, weshalb die Melisse auch Herztrost heißt.“ Diese Pflanze kann als Tee oder in Form eines alkoholischen Auszugs eingenommen werden. Vom Tee können täglich zwei bis drei Tassen getrunken werden. Vom leicht alkoholhaltigen Melissen-Auszug kann man je nach Bedarf bis zu 3 Esslöffel täglich einnehmen. Gesammelt werden die Melissenblätter von Mai bis Oktober. Im Schatten trocknen, vor Licht und Feuchtigkeit geschützt aufbewahren. Die Hauptwirkstoffe dieser Pflanze sind zitronenähnlich riechende ätherische Öle und Gerbstoffe.
Melissen-Geist selbst herstellen: 75 g frische, zerkleinerte Melissenblätter, 1 Teelöffel voll geriebene Muskatnuss, 6 Gewürznelken und 3 Zimtstangen in ein weithalsiges Glasgefäß geben und mit 1 l Obstbrand übergießen. Verschließen und 14 Tage ins Fenster stellen. Abseihen, den Rückstand mit ½ Liter abgekochtem und abgekühltem Wasser 3 Stunden ansetzen. Anschließend abseihen, filtrieren und der ersten Flüssigkeit beigeben. Noch 14 Tage in verschlossener Flasche ins Fenster stellen, dann kühl und dunkel lagern. Davon kann man bei Übelkeit bis zu dreimal täglich 1 Esslöffel voll einnehmen.

Melisse (Melisse officinalis)© Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum