Labsal auf der Haut

9. Juli 2026

Krautblätter als Auflage                                                                                                                                 

Unsere Nahrung sollte unsere Medizin sein. Diese Bemerkung wird dem griechischen Arzt Hippokrates in den Mund gelegt. Und er behielt damit recht. Die heutigen Zeilen sollen noch einen zusätzlichen Aspekt aufzeigen, der mir wichtig erscheint. Vieles, was zu Hause in Kühlschrank, Keller oder Speisekammer zwischengelagert wird, um in der Küche für die täglichen Mahlzeiten zubereitet zu werden, kann in vielen Fällen ebenso anderwärtig dem eigenen Wohlbefinden dienen. Ein Beispiel dafür ist der Kohl, den wir gerne als Kraut bezeichnen. Die runde Form des Kohls (das so genannte Häuptel) wird aus ineinander liegenden Blättern gebildet. Sie enthalten eine Reihe an Mineralstoffen, daneben Vitamine und auch Senfölglykoside sowie Harze. Gewiss wird das Kraut oder der Kohl auf ganz verschiedene Weise – wie bereits erwähnt – in der Küche durch die Kochkunst veredelt. Doch besitzt bereits der Rohzustand dieses Gemüses seinen heilsamen Wert. Hat jemand nämlich Beschwerden durch so genannte Arthrosen, so ist es möglich, das grüne Gewächs äußerlich auf der Haut anzuwenden. Dies wird dann in Form von Auflagen vollzogen. Meist werden die äußeren Schichten eines Krautkopfes ohnehin auf den Komposthaufen oder in die Biotonne geworfen. Durch ein altes und bewährtes Hausmittel ist es jedoch möglich, sie zur Linderung von Schmerzen heranzuziehen. In diesem Sinne möchte ich heute einen speziellen Ratschlag weitergeben, mit dem bereits unsere Vorfahren das Wirkkräftige des Kohls nicht brach liegen ließen, sondern gezielt genutzt haben. Das Kraut hierfür kann übrigens je nach Erntezeit aus dem eigenen Garten stammen oder das ganze Jahr über vom Gemüseregal der Geschäfte.

Zur Linderung arthritischer Beschwerden

Von einem Krauthäuptel in einem ersten Schritt die äußeren Blätter ablösen. Die harten Rippenteile unten wegschneiden. Die Blätter mit einem Nudelholz (auch Nudelwalker genannt) andrücken. In einem entsprechenden Maß auf die von Arthrose betroffene Stelle legen und das Grün mit einer Mullbinde stabil halten. Dies geschieht am besten am Abend. Über Nacht auf der Haut lassen. Am nächsten Morgen herunternehmen und mit einer geeigneten Hautsalbe einreiben. Dies kann auch stundenweise tagsüber praktiziert werden. Reagiert jedoch die Haut zu stark auf diese Maßnahme, dann die Auflage sofort beenden.

 

Kraut © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum