Tee statt Alkohol

10. Juni 2026

Beifuß stärkt die Verdauung

Es ist wohl keinem zu verdenken, wenn jemand nach einem guten und ausreichenden Essen bei vollem Magen noch eine flüssige Draufgabe wünscht. Ein Glaserl oder ein Stamperl werden dann gerne geordert. Zum Zerlegen eines deftigen Bratens etwa gibt es durchaus Alternativen dazu und das ganz ohne Alkohol. In diesem Sinne möchte ich heute den Beifuß (Artemisia vulgaris) in den Mittelpunkt unseres gesundheitlichen Interesses stellen. Und zugleich soll dabei der Magen fokussiert werden. Er muss ja letztendlich mit alldem zurechtkommen, was wir mit unseren Gaumen als wohlschmeckend empfinden. In der freien Natur treffen wir den Sommer über sehr oft auf den Beifuß. Dieser Korbblütler gibt sich eher bescheiden in Bezug auf seinen Standort, wo er meist auf sandigen und steinreichen Böden zu finden ist. Der Beifuß wird übrigens auch als Wilder Wermut bezeichnet. Somit verwundert es nicht, dass unter seinen Inhaltssubstanzen die Bitterstoffe besonders hervorstechen. Im Hinblick auf die bereits erwähnte Leistung des Magens und der angrenzenden und in den Verdauungsprozess miteinbezogenen Organe wie Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse ist es wichtig, diese mit Bitterstoffen zu beschicken. Gewiss hat hierbei der Gaumen nicht dieselbe Freude wie bei einem guten Tröpferl. Dennoch sollte die momentane Vorliebe nicht das Sagen haben. Vielmehr geht es darum, sich gesund und fit zu halten, auch mit dem Beifuß.

Aufguss für einen besseren Magen

Von getrocknetem und zerkleinertem Beifußkraut 2 Teelöffel voll mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen. Bloß 5 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen. Dann abseihen und ungesüßt schluckweise trinken – am besten am Abend und in der Früh bereits auf nüchternen Magen. Das stärkt den gesamten Verdauungsprozess, der gerade mit schwerer Kost je neu herausgefordert wird. Der Beifußtee kann auch 1/2 Stunde nach einem opulenten Mahl konsumiert werden, um eine gute Wirkung zu zeitigen.

Beifuß (Artemisia vulgaris) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum